Ring, Handy oder Armband ersetzen die Geldbörse

15. Oktober 2016, 09:00
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Der österreichische Chiphersteller Infineon ist in den letzten Jahren zu einem der weltweit größten Player bei Chips für kontaktloses Bezahlen aufgestiegen

Wien – Man kann es wollen oder auch ablehnen: Tatsache ist, dass der bargeldlose Zahlungsverkehr zunimmt. Dies hat damit zu tun, dass es immer mehr maßgeschneiderte Lösungen dafür gibt, dass diese Anwendungen recht sicher sind und dass der Zahlvorgang schnell abgewickelt werden kann.

Ein weiterer Grund ist, dass es immer mehr sogenannte Smart Wearables gibt. Smart Wearables sind Kleinstcomputer, die am Körper getragen werden. Die dafür notwendigen Chips sind so klein, dass dem Design der Wearables keine Grenzen gesetzt sind.

"Mit unserer Chiptechnologie funktioniert das Bezahlen mit Smart Wearables wie mit der Bank- oder Kreditkarte, nur bequemer", so Stefan Rohringer, Leiter des Entwicklungszentrums Graz bei Infineon Technologies.

Jüngste Bezahlentwicklung, bei der der Chip aus dem Hause Infineon kommt: ein Ring. Das US-Unternehmen NFCRing Inc. hat einen Bezahlring herausgebracht. NFC steht für Near Field Communication, einen internationalen Übertragungsstandard zum kontaktlosen Austausch von Daten über Distanzen von wenigen Zentimetern.

Kreditkartenterminals als Lesegeräte

Diese Ringentwicklung wird derzeit von keinem österreichischen Institut/Provider unterstützt, kann aber von technikaffinen Menschen um rund 50 Euro unter www.nfcring.com erstanden werden. Als Lesegeräte dienen gängige Kreditkartenterminals mit dem internationalen EMV-Standard; zum Bezahlen hält der Kunde einfach seinen beringten Finger an das Lesegerät.

Die österreichischen Finanzinstitute, die bei solchen Bezahlwearables hierzulande Vorreiter sind, sind Erste Bank und Sparkassen. Diese bieten seit Sommer ein NFC-fähiges Armband oder einen Sticker an, den man beispielsweise auf ein Handy kleben kann. Auch bei diesem Angebot kommt der Chip von Infineon. Bis März hat sich die Erste Group ausbedungen, das Angebot exklusiv für Österreich anbieten zu dürfen. Die Nachfrage nach Armband oder Sticker hält sich in etwa die Waage.

Bei den Sicherheitsfeatures hat man sich darauf geeinigt, nur eine gewisse Anzahl von Zahlungen in Kleinstbeträgen zuzulassen: Unter 25 Euro sind fünf Transaktionen zugelassen; ab dann muss ein PIN-Code eingegeben werden. Bei Zahlungen über 25 Euro ist die Eingabe des Codes obligatorisch.

"Die Bezahlanwendungen wachsen zusammen", erläutert Rohringer: "Bank, Kreditkarte, Transportzahlungen. Je nach Zielgruppe wird es entsprechende Wearables geben." (ruz, 15.10.2016)

  • Durchaus stylish ist der Bezahlring, den ein  US-Unternehmen mit Infineon-Know-how entwickelt hat. Insbesondere bei Kleinbeträgen bietet sich eine solche Lösung an. Foto: Infineon
    foto: infineon

    Durchaus stylish ist der Bezahlring, den ein US-Unternehmen mit Infineon-Know-how entwickelt hat. Insbesondere bei Kleinbeträgen bietet sich eine solche Lösung an. Foto: Infineon

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