Duterte will Militärallianzen beibehalten

12. Oktober 2016, 14:27
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Einladung an UN-Beauftragte, Besuch in China geplant – Philippinischer Präsident beleidigt diesmal Bischöfe als "Hurensöhne"

Manila – Der philippinische Präsident hat katholische Geistliche wegen deren Kritik an seinem Vorgehen gegen Drogensüchtige und -händler beschimpft. "Diese Priester sind Hurensöhne", zitierte ihn am Mittwoch die katholische Presseagentur UCA News.

Namentlich wandte sich der Präsident gegen den emeritierten Erzbischof Fernando Capalla in seiner Heimatstadt Davao. Capalla hatte in der vergangenen Woche in einem Fernsehinterview mit deutlichen Worten Dutertes Drogenkrieg kritisiert. "Falsches bleibt falsch, auch wenn jeder es tut, und Richtiges bleibt richtig, auch wenn niemand es tut", sagte der Erzbischof. Er gehört auch dem Vorstand der Konferenz der Bischöfe und islamischen Gelehrten an, die sich für den Dialog zwischen Christen und Muslimen auf Mindanao einsetzt.

UN-Beauftragte eingeladen

Die philippinische Regierung lud am Mittwoch die Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen für außergerichtliche Tötungen, Agnes Callamard, zu einem Lokalaugenschein ein. Die Regierung des südasiatischen Inselstaats warte auf eine Antwort der UN-Beauftragten, sagte Dutertes Sprecher Ernesto Abella am Mittwoch. Callamard hatte zuletzt ein Ende der ungesetzlichen Tötungen gefordert, Duterte hatte daraufhin mit einem Austritt aus der Uno gedroht.

Beschwichtigungen

International versuchte Duterte inzwischen, das Aufsehen um seine Person zu glätten. In einer Rede vor der philippinischen Küstenwache in der Hauptstadt Manila sagte der Präsident, er wolle bestehende Verträge nicht verletzen oder abschaffen und bestehende militärische Allianzen beibehalten. Kommende Woche will Duterte zudem China besuchen, um die Beziehungen zu dem "traditionell freundlich gesinnten Nachbarn" zu stärken, sagte ein Sprecher des Präsidenten.

Beleidigungen

Duterte sorgte seit seinem Amtsantritt immer wieder mit Beleidigungen und harten Äußerungen für Aufsehen. So nannte er zuletzt auch US-Präsident Barack Obama einen "Hurensohn" und musste sich daraufhin bei diesem entschuldigen.

Menschenrechtler kritisieren den philippinischen Politiker wegen seiner Drogenpolitik. Nach Angaben der Polizei sind vom 1. Juli – dem Tag nach Dutertes Amtsantritt – bis zum 7. Oktober auf den Philippinen 1.523 mutmaßliche Drogendealer und -nutzer bei Polizeieinsätzen getötet worden. Zudem gebe es 1.838 ungeklärte Fälle außergerichtlicher Tötungen, die untersucht würden. Menschenrechtler werfen Duterte vor, Todesschwadronen zu dulden. (APA, Reuters, 12.10.2016)

  • Philippinische und US-Soldaten versuchen bei der gemeinsamen Militärübung Phiblex, ein Armeefahrzeug aus dem Schlamm zu schieben.
    foto: apa/afp/aljibe

    Philippinische und US-Soldaten versuchen bei der gemeinsamen Militärübung Phiblex, ein Armeefahrzeug aus dem Schlamm zu schieben.

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