Deutsche Bank bekommt von Rivalen kein Geld mehr zum Nulltarif

12. Oktober 2016, 13:16
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Deutsche Bank muss bei Ausleihungen mehr zahlen als italienische Kriseninstitute

Frankfurt – Der Vertrauensverlust der Märkte in die Deutsche Bank zeigt sich auch beim Interbanken-Zins. Wie aus Euribor-Daten hervorgeht, müssen die Frankfurter derzeit sogar mehr bezahlen als italienische Kriseninstitute, wenn sie sich Geld von anderen Banken leihen wollen. Für einen Zeitraum von neun Monaten wurde zuletzt ein Zins von 0,02 Prozent fällig, für ein Jahr 0,06 Prozent.

Das sind zwar relativ kleine Aufschläge. Doch alle anderen europäischen Großbanken im Euribor-Kreis bekämen Geld zum Nulltarif und würden sogar daran verdienen, sich etwas zu leihen. Hintergrund ist die ultralockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Deutsche Bank wollte sich zu den Zahlen nicht äußern.

Der Euribor wird täglich von 20 europäischen Finanzinstituten festgesetzt. Er ist die Grundlage dafür, wie viele andere Finanzprodukte bepreist werden. In den vergangenen Jahren ist das System in Verruf geraten, weil es offenkundig anfällig für Manipulationen durch einzelne Händler war. Viele Banken, darunter auch die Deutsche Bank, mussten hohe Strafen für die Tricksereien zahlen. Seither reicht es nicht mehr, dass die Institute einfach nur theoretisch schätzen, wieviel Geld sie von Marktteilnehmern nehmen würden. Die Schätzungen müssen sich von konkreten Transaktionen herleiten lassen. (APA, Reuters, 12.10.2016)

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