S&T: Verhandlung zu Foxconn-Einstieg und Kontron-Zukauf

12. Oktober 2016, 13:05
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Beteiligung der Taiwanesen könnte sich noch erhöhen – Arbeitsbedingungen bei Foxconn umstritten

Der börsennotierte Linzer Technologiekonzern S&T AG führt "fortgeschrittene Verhandlungen" mit der Foxconn-Tochter Ennoconn über einen Einstieg der Taiwanesen. Dies soll im Zuge einer zehnprozentigen Kapitalerhöhung stattfinden. Gleichzeitig wollen sich die Linzer an der deutschen Kontron AG mit bis zu 29,9 Prozent beteiligen, teilte S&T am Mittwoch ad hoc mit.

Durch die Beteiligung der Chinesen würde sich das Grundkapital der S&T AG gegen Bareinlagen von 43,9 auf 48,3 Mio. Euro erhöht. Der Ausgabepreis der neuen Aktien werde sich am Börsenkurs der letzten zehn Tage orientieren.

Beteiligung über die Barkapitalerhöhung

Neben der Beteiligung über die Barkapitalerhöhung plant die Ennoconn laut S&T vorliegenden Informationen zugleich, durch weitere Aktienkäufe von Großaktionären die Beteiligung an der S&T AG vorbehaltlich der kartellrechtlichen Freigabe auf 29,4 Prozent zu erhöhen, so S&T.

Der Mittelzufluss aus der Barkapitalerhöhung soll zum Erwerb einer Beteiligung an der Kontron AG in Augsburg verwendet werden. "Der Vorstand der S&T AG teilt dazu mit, dass er mit Aktionären der Kontron AG in fortgeschrittenen Verhandlungen über den Erwerb von insgesamt bis zu 29,9 Prozent der Aktien der Kontron AG steht", so die Linzer. Die Kontron-Aktien kletterten nach der Bekanntgabe zu Mittag um rund zwölf Prozent.

S&T AG ist mit rund 2.400 Mitarbeitern und Niederlassungen in 20 Ländern weltweit tätig. Die Ennoconn Corporation ist ein Tochterunternehmen des weltweit größten Elektronikherstellers Hon Hai Precision Industry Co., Ltd., der unter der Marke Foxconn als Produzent der Apple iPhones bekannt ist, so S&T.

Gewerkschaften und Menschenrechtsaktivisten kritisieren die Arbeitsbedingungen in den Foxconn-Fabriken

Allerdings ist das nicht der einzige Grund für die Bekanntheit des taiwanesischen Unternehmens. Gewerkschaften und Menschenrechtsaktivisten kritisieren die Arbeitsbedingungen in den Foxconn-Fabriken. Der Druck für die Mitarbeiter sei sehr hoch, die Löhne zu niedrig. Alleine 2010 nahmen sich 13 Mitarbeiter das Leben. Immer wieder komme es zu Protesten. 2012 lieferten sich 2.000 Mitarbeiter eine Massenschlägerei in einem Werk in China.

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