Onlinebuchung: Mangelnde Vorsicht als Urlaubsverderber

12. Oktober 2016, 14:11
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Der Fernreise-Boom dürfte einen neuen Höhepunkt erreichen. Damit verbundene Risiken bei Internetplattformen werden oft ausgeblendet

Wien – Mehr und mehr Österreicher zieht es im Urlaub immer weiter weg von zu Hause – und immer häufiger wird die Reise im Internet gebucht. Damit verbundene Risiken würden meist ausgeblendet, bis tatsächlich etwas Ungutes passiert. Dann aber sei im glimpflichen Fall der Erholungswert der Reise gleich null, wenn Anspruch und Wirklichkeit nicht zusammenpassten und es nicht einmal eine finanzielle Entschädigung gebe; oder der Reisende muss tief in die Tasche greifen, wenn er krankheitsbedingt medizinische Betreuung beanspruchen müsse und keine Versicherung abgeschlossen hat. Das war der Tenor auf einem Reise-Sicherheitsgipfel, zu dem die Europäische Reiseversicherung in Wien geladen hatte.

Im Schnitt habe jeder 50. Reisende einen Schadensfall zu beklagen. Was bei Kurzreisen schon unangenehm ist, sei bei Reisen in ferne Länder meist noch viel schlimmer. "Im Winter machen bereits mehr als die Hälfte der Österreicher und Österreicherinnen eine Fernreise, mit steigender Tendenz", sagte der Präsident des österreichischen Reisebüroverbands, Josef Peterleithner. Berücksichtigt seien dabei Reisen, die über Reisebüros oder Veranstalter gebucht werden. Im Sommer liege der Anteil bei zehn Prozent, mit ebenfalls steigender Tendenz. Sofern einige Grundregeln befolgt würden, stehe einem schönen Reiseerlebnis nichts im Weg.

Information über alles

Dazu gehört laut Peterleithner, sich über Sitten und Gebräuche sowie empfohlene Impfungen im Zielland vor Reiseantritt zu informieren und sich sportlich wie körperlich nicht zu überfordern. Zweckdienlich sei auch, die Reisehinweise des Außenministeriums zu lesen und eine Reiseregistrierung ebendort zu machen, um im Fall eines unvorhergesehenen Ereignisses kontaktiert werden zu können. Buchungen im Reisebüro oder direkt beim Reiseveranstalter seien ebenfalls zu empfehlen, weil sicherer, sagte Peterleithner.

Wolfgang Lackner, Chef der zu Generali gehörenden Europäischen Reiseversicherung, wies darauf hin, dass ein Tag auf er Intensivstation in den USA bis zu 10.000 Dollar kosten können. Die Versorgungsqualität in Ferndestinationen reiche von "hervorragend" bis "völlig unzureichend". In den Reisebüros werde darauf hingewiesen, bei Onlinebuchungen müsse der Konsument in der Regel selbst daran denken. (Günther Strobl, 12.10.2016)

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