Uno sieht Eskalation der Gewalt im Kongo nahen

12. Oktober 2016, 10:31
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Missionschef: Blauhelme können Schutz von Zivilisten nicht gewährleisten

Kinshasa/New York – Nach Massenprotesten und Gewaltausbrüchen im Kongo haben die Vereinten Nationen vor einer Eskalation der Lage gewarnt. Die "extrem instabile" politische Lage überschreite die Kapazitäten der UN-Friedensmission, teilten die UN am Dienstag (Ortszeit) mit.

Die Blauhelme könnten angesichts des Ausmaßes der Gewalt den Schutz der Bevölkerung nicht gewährleisten, erklärte der Leiter der UnoO-Mission im Kongo, Maman Sambo Sidikou. Rund 20.000 Blauhelme sind nach UN-Angaben in dem zentralafrikanischen Land stationiert.

Großflächiger Gewaltausbruch

Sidikou forderte den UN-Sicherheitsrat auf, den politischen Dialog im Kongo zu unterstützen und mit regionalen Partnern zusammenzuarbeiten. Ohne Lösung in Sicht nehme die Gewalt zu, sagte Sidikou. "Wenn diese Entwicklung andauert, dann ist ein großflächiger Gewaltausbruch unausweichlich."

In den vergangenen Wochen war es mehrfach zu blutigen Ausschreitungen bei Demonstrationen gegen eine Verschiebung der Präsidentenwahl gekommen. Planmäßig sollte die Wahl im November stattfinden, kurz vor dem Ende der zweiten Amtsperiode von Präsident Joseph Kabila. Ein drittes Mal darf er laut Verfassung nicht antreten. Im September kündigte die Wahlkommission eine Verschiebung der Wahl auf Ende 2018 an. Die Opposition wirft Kabila vor, so an der Macht festzuhalten. (APA, 12.10.2016)

  • Kindersoldaten im Ostkongo 2003. Der zwischenzeitlich abgeflaute Konflikt könnte sich bei Streit um die künftige Regierung ebenfalls wieder verschärfen.
    foto: apa/afp/eric feferberg

    Kindersoldaten im Ostkongo 2003. Der zwischenzeitlich abgeflaute Konflikt könnte sich bei Streit um die künftige Regierung ebenfalls wieder verschärfen.

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