Syrien: Moskau wirft London "Hysterie" vor, Schweden will Sanktionen

12. Oktober 2016, 11:51
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Der britische Außenminister Johnson hatte Russland zuvor des Angriffs auf einen aleppo-Hilfskonvoi bezichtigt

Moskau – Russland hat der britischen Regierung nach deren Anschuldigungen wegen eines Angriffs auf einen Hilfskonvoi in Syrien "russenfeindliche Hysterie" vorgeworfen. Zum Zeitpunkt des Angriffs auf die Kolonne Richtung Aleppo seien dort keine russischen Kampfflugzeuge im Einsatz gewesen, sagte ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums am Mittwoch. "Das ist eine Tatsache." Er reagierte auf Äußerungen des britischen Außenministers Boris Johnson, der am Dienstag von Hinweisen auf einen russischen Angriff gesprochen hatte. Russland laufe damit Gefahr, eine ausgestoßene Nation zu werden.

Bei dem Angriff auf den Hilfskonvoi für das eingeschlossene Aleppo waren im September mehrere Menschen ums Leben gekommen. Die USA haben Russland dafür verantwortlich gemacht, was Moskau zurückweist.

EU soll über Maßnahmen sprechen

Die schwedische Außenministerin Margot Wallström forderte derweil EU-Sanktionen gegen Russland. "Das russische Vorgehen ist völlig inakzeptabel", sagte Wallström in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit "Spiegel Online". "Wir müssen uns gegen Kriegsverbrechen stellen, sie müssen juristisch verfolgt werden", erklärte sie angesichts der Luftangriffe im Osten Aleppos. "Die EU könnte über Sanktionen gegen Russland wegen des Krieges in Syrien nachdenken."

Nach Angaben aus Diplomatenkreisen hat bereits die französische Regierung Gespräche über weitere EU-Sanktion gegen Russland angestoßen. Die EU hat wegen des Ukraine-Konflikts 2014 unter anderem Wirtschaftssanktionen gegen Russland verhängt und mehrfach verlängert, sie gelten noch bis Ende Jänner.

Die Frage neuer EU-Sanktionen könnte auch Thema auf dem EU-Gipfel kommende Woche werden. Deutschland lehnt das bisher ab, allerdings bezeichnete es Regierungssprecher Steffen Seibert vergangene Woche als richtig, dass alle Optionen auf dem Tisch seien. Mehrere Abgeordnete von CDU und Grünen haben bereits neue Wirtschaftssanktionen gegen Russland gefordert. (Reuters, 12.10.2016)

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