Paris: Anwälte des mutmaßlichen Attentäters Abdeslam geben auf

12. Oktober 2016, 07:42
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Verteidiger legen Mandat nieder und kündigen in TV-Interview an: "Er wird sich nicht äußern"

Paris – Die Anwälte des mutmaßlichen Paris-Attentäters Salah Abdeslam legen ihr Mandat nieder. In einem Interview mit dem französischen Sender BFM TV sagten Frank Berton und Sven Mary am Mittwoch, sie würden Abdeslam nicht länger verteidigen. "Wir sind überzeugt, dass er sich nicht äußern wird und dass er das Recht auf Aussageverweigerung wahrnehmen wird", sagte Berton. Er wie Mary hatten von Anfang an gesagt, dass sie im Falle einer andauernden Aussageverweigerung die Verteidigung abgeben müssten.

Abdeslam gilt als der einzige überlebende Attentäter vom 13. November 2015 und soll dabei eine zentrale Rolle gespielt haben. Bisher verweigerte er jede Aussage zum Geschehen. Kritik übte Berton zum Abschluss noch einmal an der umstrittenen 24-stündigen Videoüberwachung Abdeslams. Diese mache seinen früheren Mandanten vollkommen verrückt, weshalb Abdeslam auch gewiss nichts mehr sagen werde.

Ermittlungen wegen Mordes

Islamistische Selbstmordattentäter hatten bei den Anschlägen in Paris 130 Menschen getötet und mehr als 350 weitere verletzt. Zu den Attentaten bekannte sich die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS).

Gegen Abdeslam wird wegen Mordes und versuchten Mordes, wegen Freiheitsberaubung im Zusammenhang mit dem Angriff auf die Pariser Konzerthalle Bataclan sowie wegen Besitzes von Sprengstoff und Waffen ermittelt. Erst nach monatelanger Fahndung war der Franzose am 18. März bei einer Razzia im Brüsseler Stadtviertel Molenbeek festgenommen worden. Gut einen Monat später wurde er an Frankreich ausgeliefert. (APA, Reuters, 12.10.2016)

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