US-Studie: Militärische Rückschläge schwächen auch Propaganda des IS

12. Oktober 2016, 06:26
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Kaum noch Videos über das Alltagsleben im "Kalifat" – Anschein des funktionierenden Staates nur noch mit Mühe aufrechtzuerhalten

Washington – Die Propagandamaschinerie der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) ist laut einer neuen US-Studie durch die militärischen Rückschläge deutlich geschwächt. Es sei offensichtlich, dass die Miliz ihre Aktivitäten wegen des Drucks durch die US-geführte Militärkoalition habe reduzieren müssen, sagt Studieneiter Daniel Milton vom Antiterrorzentrum der Militärakademie West Point.

Der Studie zufolge ist die Zahl der Videos gesunken, und ihr Inhalt habe sich verändert. Die Zahl der Foto- und Videobeiträge der Gruppe, die für ihre aggressive und elaborierte Kommunikationsstrategie bekannt ist, ist von 700 im August 2015 auf knapp 200 im August 2016 gesunken. Anders als früher zeigten die Beiträge zudem weniger Märkte, Schulen und andere öffentliche Einrichtungen, die das angeblich blühende Alltagsleben im "Kalifat" illustrieren. Demnach fällt es der Miliz zunehmend schwer, den Anschein eines funktionierenden Staates aufrechtzuerhalten.

Der Anspruch, in einem eigenen Staat die islamistische Utopie eines Gemeinwesens gemäß den Regeln des Islam zu verwirklichen, war ein wichtiges Werbemittel der Miliz. Dies unterschied sie zudem von ihrem Konkurrenten Al-Kaida, der niemals versucht hatte, ein eigenes Terrritorium zu kontrollieren. Laut der Studie nahm die Zahl der Videos stark zu, die Hinrichtungen angeblicher Spione zeigen. Dies deute entweder auf wachsende Paranoia oder auf zunehmende Unterwanderung hin. (APA, 12.10.2016)

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