Erneut dutzende Tote bei Luftangriffen auf Aleppo

12. Oktober 2016, 10:47
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In einstiger Großstadt und umliegenden Dörfern mindestens 50 Menschen getötet

Damaskus – Bei schweren Luftangriffen russischer Kampfjets auf Rebellengebiete im syrischen Aleppo sind nach Angaben der in London ansässigen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mindestens 25 Menschen getötet worden. Sie seien bei Bombardements von Bustan al-Qasr, Fardous und anderen Stadtteilen am Dienstag umgekommen, heißt es in einer Mitteilung der Organisation, deren Angaben nicht unabhängig überprüft werden können.

Bewohnern und Rettungskräften zufolge wurden bei Angriffen auf von Rebellen gehaltene Teile Aleppos sowie in nahe gelegenen Dörfern, die von Aufständischen kontrolliert würden, 50 Zivilisten getötet. In Bustan al-Qasr seien eine medizinische Einrichtung und ein Spielplatz getroffen worden.

Angriffe in anderen Landesteilen

Die syrische Armee und das mit ihr verbündete russische Militär hatten die Luftangriffe auf das seit Monaten umkämpfte Aleppo in der vergangenen Woche zurückgefahren, um Zivilisten zu ermöglichen, die Rebellengebiete zu verlassen. Dennoch halten sich in den von den teils radikalislamischen Gruppen gehaltenen Gebieten noch zehntausende Zivilisten auf. Dabei handelt es sich nicht nur um deren Unterstützer, sondern auch um zahlreiche Alte und Kranke, die keine Möglichkeit zur Flucht haben. Und um Menschen, denen die materiellen Möglichkeiten dafür fehlen.

Auch aus anderen Landesteilen wurden am Dienstag Angriffe gemeldet. So seien in der teils von Rebellen, teils von Regierungstruppen kontrollierten südlichen Stadt Deraa mindestens fünf Menschen beim Beschuss einer Schule durch Aufständische ums Leben gekommen, berichteten die Beobachterstelle und staatliche Medien. Die Rebellen erklärten, sie hätten keine Schule angegriffen.

Derweil hat Papst Franziskus bei einer Messe im Petersdom in Rom seine Forderung nach einem sofortigen Waffenstillstand in Syrien erneuert. Er fordere "mit all meiner Stärke" die politische Führer auf "Zivilisten, besonders Kinder, die noch immer in der Falle der grausamen Bombardierungen sind" zu schonen. (Reuters, 12.10.2016)

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