Deutschland für U21 eine Nummer zu groß

11. Oktober 2016, 20:15
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Österreich muss sich zum Abschluss der EM-Qualifikation klar mit 1:4 geschlagen geben – Gregorisch-Elf als Gruppenzweiter trotzdem im Playoff dabei

St. Pölten – Österreichs U21-Nationalteam hat sich zum Abschluss der Gruppenphase der EM-Qualifikation Deutschland klar geschlagen geben müssen. In St. Pölten setzte es für die ÖFB-Auswahl am Dienstag ein 1:4 (0:1). Tabellenplatz zwei hinter den Deutschen und die damit verbundene Teilnahme am Playoff zur EM stand schon vorher fest. Die Auslosung dafür findet Freitag in Nyon statt.

Zum Härtetest für die entscheidenden Partien im November war das Heimspiel gegen das laut Teamchef Werner Gregoritsch "stärkste Team Europas" auserkoren worden. Am Ende stand eine deutliche Niederlage zu Buche, das Ehrentor gelang Real Madrids Philipp Lienhart erst in der 86. Minute. Die in der Qualifikation makellosen Deutschen profitierten vor allem in der zweiten Spielhälfte von Österreichs Fehlern. Im U21-Bereich war es im zehnten Duell der neunte deutsche Sieg, nur einmal vor 33 Jahren schaffte Österreich ein Remis.

In der Defensive

Gregoritsch bot vor 1.570 Zuschauern in der NV Arena seine stärkste Formation auf, mit dabei war auch der am Wochenende noch beim A-Team weilende Valentino Lazaro. Der Salzburg-Profi begann als Rechtsverteidiger und war von Beginn an gefordert. Die an mehreren Positionen veränderten Deutschen setzten den Hausherren mit ihrem Pressing von Start weg zu.

Nach elf Minuten münzte die Elf von Trainer Stefan Kuntz ihren spielerischen Vorteil auch bereits in ein Tor um. Kapitän Maximilian Arnold zog aus über 30 Meter sehenswert ab, von der Lattenunterkante ging der Ball im Netz. Die Österreicher waren auch danach in erster Linie beschäftigt, die deutschen Kombinationen einzudämmen. Kurz vor der Pause ergab sich für Kevin Friesenbichler aber die große Möglichkeit auf den Ausgleich. Allein vor Deutschlands Schlussmann Jannik Huth schoss der Austria-Stürmer diesen aber an.

Doppelschlag und Entscheidung

Lazaro wechselte nach der Pause nach vorne. Der neue Elan der Österreicher wurde aber schnell gedämpft. Bachmann ließ einen Schuss von Manchester Citys Leroy Sane nach vorne abprallen, Levin Öztunali schloss zum 0:2 ab (52.). Davie Selke ließ kurz darauf nach einem eklatanten Fehlpass des eingewechselten Andreas Gruber den dritten deutschen Treffer folgen (58.).

Janik Haberer erhöhte mit einem Foul-Elfmeter – Christoph Martschinko hatte Grischa Prömel gefoult – zum 0:4 (78.), ehe die Österreicher zumindest zum Ehrentreffer kamen: Lienhart stieg nach einem Lazaro-Eckball hoch und verlängerte per Kopf ins lange Eck.

Spanien, Serbien oder Norwegen

Als mögliche Gegner der ÖFB-Elf im Playoff kommen Norwegen, Serbien und Spanien in Frage. "Es ist gegen jeden schwer, Spanien müsste es nicht gerade sein", meinte Gregoritsch. Die Iberer landeten in ihrer Gruppe mit sieben Siegen in zehn Spielen hinter Schweden. Serbien blieb hinter Italien, die Norweger hinter England. Spieltermin ist von 7. bis 14. November. Das Heimspiel wird ebenfalls in St. Pölten ausgetragen.

Als Gruppensieger neben Gastgeber Polen fix für die Endrunde 2017 qualifiziert: Deutschland, England, Tschechien, Italien, Mazedonien, Portugal, Dänemark, Titelverteidiger Schweden und die Slowakei. (APA, red, 11.10. 2016)

Ergebnis der Fußball-U21-EM-Qualifikation vom Dienstag – Gruppe 7:

Österreich – Deutschland 1:4 (0:1). St. Pölten, 1.570 Zuschauer.

Tore: Lienhart (86.) bzw. Arnold (12.), Öztunali (52.), Selke (58.), Haberer (78./Foulelfmeter)

Österreich: Bachmann – Lazaro, Schoissengeyr, Lienhart, Martschinko – Jäger – Murg (64. Kvasina), Wydra, Laimer, Grillitsch (46. Gruber) – Friesenbichler (58. Dovedan)

Weiteres Spiel: Russland – Finnland 1:1

Tabelle – Endstand:

1. Deutschland 10 10 0 0 35:8 30 
2. Österreich 10 7 1 2 22:12 22
3. Finnland 10 4 2 4 13:10 14
4. Aserbaidschan 10 2 3 5 8:19 9
5. Russland 10 2 3 5 15:19 9
6. Färöer 10 0 1 9 3:28 1


Modus: Gruppensieger fix für EM 2017 in Polen qualifiziert, beste vier Zweite der neun Gruppen im Playoff

  • Auch Teamchef Werner Gregoritsch musste die Überlegenheit der Deutschen anerkennen.
    foto: apa/scheriau

    Auch Teamchef Werner Gregoritsch musste die Überlegenheit der Deutschen anerkennen.

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