EU: 2016 bisher 131.860 irreguläre Migranten in Italien

11. Oktober 2016, 16:48
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Großteils Wirtschaftsflüchtlinge – Mehr als 90.000 im Mittelmeer gerettet

Brüssel – Während die Zahl irregulärer Migranten in Griechenland seit dem Frühjahr auf rund 100 pro Monat zurückgegangen ist, kamen im September schätzungsweise rund 17.000 über Italien in die EU. Bisher gelangten im laufenden Jahr 131.860 illegal Einreisende nach Italien, die meisten, in den Monaten Mai bis August . Dies geht aus Zahlen des UNHCR hervor, die der Europäische Rat am Dienstag bekannt gab.

Während bei den Einreisenden, die über Griechenland und die Balkanroute in die EU kamen, rund 50 Prozent Flüchtlinge und 50 Prozent Wirtschaftsmigranten gewesen seien, seien die über die zentrale Mittelmeerroute nach Italien geflohenen Menschen fast alle Wirtschaftsmigranten, sagte eine ranghohe EU-Beamtin in Brüssel. Rund 90 Prozent der irregulären Migranten in Italien kamen demnach per Boot und wurden gerettet, was ein Hinweis dafür sei, dass sie von Schmugglerringen transportiert wurden.

3.169 Menschen im Mittelmeer gestorben

Die zehn häufigsten Herkunftsländer der in Italien aufgegriffenen Migranten waren seit Jänner 2016 laut dem vom Europäischen Rat veröffentlichten Statistiken, basierend auf Angaben des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR: Nigeria (19 Prozent), Eritrea (13 Prozent), Sudan (7 Prozent), Gambia (7 Prozent), Elfenbeinküste (7 Prozent), Guinea (6 Prozent), Somalia (5 Prozent), Mali (5 Prozent), Senegal (5 Prozent) und Bangladesch (4 Prozent).

Nach Schätzungen der EU wurden 2016 bereits mehr als 90.000 im Mittelmeer vor dem Ertrinken gerettet. Die größten Anteile entfallen auf die beiden EU-Missionen "Triton" im westlichen Mittelmeer (38.780) und "Poseidon" in der Ägäis (37.341). Weitere 16.686 Menschen wurden den Angaben zufolge im Rahmen der EU-Anti-Schlepper-Mission "Sophia" gerettet. 3.169 Menschen starben laut offiziellen Zahlen der EU im laufenden Jahr bei dem Versuch, über das Mittelmeer in die Europäische Union zu gelangen, oder gelten als vermisst.

Die meisten nach Italien Geflüchteten machten sich über Libyen – rund 88 Prozent – auf den Weg in die EU. Allerdings werde zuletzt eine steigende Anzahl von Einreisenden aus Ägypten verzeichnet, hieß es weiter. (APA, 11.10.2016)

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