54. Viennale-Programm platziert heimische Filme prominent

11. Oktober 2016, 18:01
5 Postings

340 Arbeiten sind von 20. Oktober bis 2. November zu sehen

Wien – Zwei frühe Oscar-Anwärter dienen als Klammer für die 54. Viennale, die heuer vom 20.10. bis 2.11. stattfindet: Zum Auftakt feiert das Drama "Manchester by the Sea" in Anwesenheit von US-Regisseur Kenneth Lonergan Österreichpremiere, zum Abschluss Damien Chazelles umjubeltes Filmmusical "La La Land". Dazwischen finden sich wie gewohnt Festival-, Indie- und Arthouse-Highlights im heute, Dienstag, vorgestellten Programm.

Im Gartenbaukino weiters angesetzt sind u. a. Kelly Reichardt ("Certain Women"), Jim Jarmusch ("Paterson" und "Gimme Danger"), Paul Verhoeven ("Elle") und Denis Villeneuve ("Arrival"). Luc Dardenne kommt persönlich zur Vorführung des Dramas "La fille inconnue", Olivier Assayas zeigt den Thriller "Personal Shopper", Terence Davies sein Emily-Dickinson-Biopic "A Quiet Passion" und Rebecca Zlotowski das Drama "Planetarium" über Schwestern mit übernatürlichen Fähigkeiten. Nicht fehlen dürfen auch Siegerfilme der großen internationalen Festivals dieses Jahres: Das mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnete, fast vierstündige Drama "The Woman Who Left" des philippinischen Regisseurs Lav Diaz ist ebenso im Programm wie Ken Loachs mit der Goldenen Palme bedachtes, berührendes Sozialdrama "I, Daniel Blake".

Österreichische Beiträge

Quantitativ auf dem Vorjahresniveau, ist der österreichische Film bei der 54. Viennale jedenfalls prominenter platziert: Sechs heimische Langfilme sind abends im Gartenbaukino neben großen internationalen Werken programmiert, darunter die Weltpremieren der Dokumentarfilme "Auf Ediths Spuren" von Peter Stephan Jungk und "Sühnhaus" von Maya McKechneay.

Ergänzt werden die Filme von vier heimischen Produktionen, die bereits international bei Festivals reüssieren konnten und noch im Herbst regulär in die Kinos kommen. So wurde Valentin Hitz' düstere Zukunftsvision "Stille Reserven" kürzlich beim Zurich Film Festival mit dem "Goldenen Auge" ausgezeichnet, weil er die Jury "formal fasziniert und inhaltlich beunruhigt hat", während Händl Klaus mit seinem homosexuellen Liebesdrama "Kater" u.a. den "Teddy Award" bei der Berlinale und den Jurypreis beim Hong Kong Film Festival abräumte. Rainer Frimmels und Tizza Covis Film über die Sinnsuche eines Zirkusartisten, "Mister Universo", lief zuvor im Wettbewerb von Locarno, Nikolaus Geyrhalters dialogfreie Doku "Homo Sapiens" über die Rückeroberung menschlicher Hinterlassenschaften durch die Natur im Berlinale-Forum.

Filmarchiv mit Personalien

Michael Palm zeigt nach der Uraufführung in Cannes "Cinema Futures", einen Dokumentarfilm über Gegenwart und Zukunft von Film und Kino in der Ära des Digitalen. 139 Kurz- und Langfilme der insgesamt knapp 340 Arbeiten im diesjährigen Viennale-Programm entfallen auf Spezialprogramme. Den gewohnt umfassenden Retrospektiven des Österreichischen Filmmuseums und des Filmarchivs Austria stehen heuer u. a. Personalen zu Persönlichkeiten des US-Gegenwartskinos, Würdigungen zweier kürzlich verstorbener Querdenker und das Erfahrbarmachen des analogen Kinos beiseite. (APA, red. 11.10.2016)

Share if you care.