"Dash": Apple und Entwickler im Clinch um entfernte App

11. Oktober 2016, 12:14
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Apple spricht von 1.000 betrügerischen Bewertungen, Entwickler erhebt Vorwürfe und veröffentlicht Telefonmitschnitt

Letzte Woche sorgte die plötzliche Entfernung der App "Dash" aus den App Stores für macOS und iOS für Aufregung. Das Entwicklerwerkzeug, das es unter anderem ermöglicht, ohne Internetverbindung die Dokumentation zu den Programmierschnittstellen einzusehen, hatte einige Beliebtheit genossen.

Erst auf Nachfrage soll Apple sich dem Entwickler Bogdan Popescu gegenüber zur Entfernung und Sperre seines Accounts geäußert haben. Ihm wurde mitgeteilt, man habe manipulierte Bewertungen gefunden. Kapeli bestritt umgehend, betrügerische Aktivitäten gesetzt zu haben.

Apple: Fast 1.000 betrügerische Bewertungen

Gegenüber The Loop hat sich Apple nun auch öffentlich zu Wort gemeldet. "Fast 1.000 betrügerische Bewertungen wurden gefunden, die in Zusammenhang mit zwei Konten und 25 Apps des Entwicklers stehen", erklärte ein Sprecher gegenüber "The Loop". "Darum haben wir die Apps und Konten aus den Stores entfernt."

Außerdem habe man den Entwickler schon vor zwei Jahren erstmals verwarnt. Versuche, die Probleme zu lösen, seien jedoch gescheitert. Daher habe man aus Verantwortung gegenüber anderen Entwicklern und Nutzern gegenüber handeln müssen.

Entwickler beklagt fehlende Kommunikation

Popescu hat auf diese Aussagen umgehend mit einem Blogeintrag reagiert. Seine Schilderung liefert eine andere Darstellung der Dinge.

Er habe vor drei oder vier Jahren einer Verwandten geholfen, für ihre Mitgliedschaft in Apples Entwicklerprogramm zu zahlen. Dazu nutzte er seine Kreditkarte und gab ihr außerdem Apple-Geräte, die er selbst nicht mehr verwendete. Seitdem seien ihr Konto und seines bei Apple offenbar in Zusammenhang gebracht worden. Da ihr Konto Teil der Review-Manipulationen gewesen sei, war auch sein Konto gesperrt worden.

Von dieser "Vernetzung" habe er allerdings bis zur Schließung nichts gewusst. Auch sei er zuvor nie ob des ihm vorgeworfenen Fehlverhaltens kontaktiert worden. Er berichtet weiters, dass Apple von ihm verlangt hatte, in einem Blogpost einzugestehen, etwas Falsches getan zu haben, was er ablehnte. Schließlich soll sich das Unternehmen auf Anweisung von Produktmanager Phil Schiller bereit erklärt haben, ihn zu entsperren, wenn er die Situation in einem Blogeintrag erklären würde.

Telefonmitschnitt veröffentlicht

Am vergangenen Samstag schickte er nach eigener Angabe einen Entwurf des Textes an Apple und wartete auf Freigabe. Dann sei Apple schließlich unerwartet mit dem Manipulationsvorwurf an die Öffentlichkeit gegangen.

Um zu belegen, dass die Veröffentlichung eines Blogeintrags verlangt worden war und man ihn zudem vor der Accountsperre nie kontaktiert hatte, hat Popescu einen Mitschnitt veröffentlicht, der von seinem letzten Telefonat mit Apple stammen soll. Sein Gesprächspartner in dem Audioclip gibt auch an, dass man die Warnungen an das Konto seiner Bekannten geschickt habe, da man beide Accounts als eine Entität wahrnehme.

Dash-Rückkehr unwahrscheinlich

In einem weiteren Eintrag weist er Nutzer darauf hin, dass sie ihre Lizenz für Dash migrieren sollten, da er nicht davon ausgehe, dass die App wieder in den Store aufgenommen werde. Die iOS-Version kann außerhalb des offiziellen Marktplatzes nicht vertrieben werden. Als Lösung denkt Popescu nun an, die App über einen befreundeten Entwickler kostenlos dort verfügbar zu machen. (gpi, 11.10.2016)

  • Nach der Entfernung von Dash aus dem Mac- und iOS-Store liefern sich Apple und der Entwickler nun eine öffentliche Auseinandersetzung.
    foto: dash

    Nach der Entfernung von Dash aus dem Mac- und iOS-Store liefern sich Apple und der Entwickler nun eine öffentliche Auseinandersetzung.

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