Nach kritischem Bericht: Pakistan lässt Journalisten nicht ausreisen

11. Oktober 2016, 11:44
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Bericht über angebliche Anordnung der Regierung an den Geheimdienst, Militäreinsätze gegen Rebellen nicht zu hintergehen

Islamabad – Nach einem Bericht über eine angebliche Anordnung der Regierung an den Geheimdienst, Militäreinsätze gegen Rebellen nicht zu hintergehen, darf der pakistanische Journalist Cyril Almeida das Land nicht verlassen. Die Behörden hätten ihn informiert, dass er auf der Ausreisekontrollliste (ECL) stehe, schrieb der Reporter der englischsprachigen Zeitung "Dawn" am Montag auf Twitter.

Auf der Liste führt Pakistans Grenzschutz die Namen von Kriminellen, die bei einem Ausreiseversuch gestoppt werden sollen. Almeida hatte in der vergangenen Woche berichtet, dass die Regierung von Ministerpräsident Nawaz Sharif den Geheimdienst ISI angewiesen habe, nicht mehr bei Armee-Einsätzen gegen Rebellengruppen zu intervenieren. Die Regierung wies den Bericht als "erfunden" zurück. Er untergrabe "wesentliche nationale Interessen"; gegen die Urheber werde man vorgehen, teilte Sharifs Büro am Montag mit.

Das mit Pakistan verfeindete Nachbarland Indien wirft dem pakistanischen Militär und dem ihm unterstellten Geheimdienst vor, Jihadistengruppen bei Anschlägen in Indien zu unterstützen. Pakistans Regierungschef Sharif soll kein Befürworter der Strategie sein, jedoch Schwierigkeiten haben, sich gegen das mächtige Militär durchzusetzen. Jüngst hatten die Spannungen zwischen den Erzfeinden Pakistan und Indien zugenommen, nachdem Extremisten eine indische Militärbasis in der Konfliktregion Kaschmir angegriffen hatten. (APA, 11.10.2016)

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