Ski-WM: Speed-Asse fahren erstmals mit "Transpondern"

10. Oktober 2016, 13:58
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FIS-Renndirektor Waldner spricht von Neuerungen im Ski-Zirkus: Speedrennen könnten in zwei Durchgängen ausgetragen werden

Wien/Zürich – In einem Interview auf der FIS-Website spricht FIS-Renndirektor Markus Waldner von der schwindenden Attraktivität des Skirennsports für die Zuschauer Zuhause – und von Neuerungen, um dem entgegenzuwirken. So werden die Speed-Asse bei der kommenden alpinen Ski-Weltmeisterschaft in St. Moritz (6. – 19. Februar 2017) erstmals mit "Transpondern" über die Piste jagen. "Damit können Live-Informationen über die Beschleunigung, die Zeit, die ein Athlet in der Luft verbringt und anderes mehr geliefert werden", erklärt Waldner. Die in anderen Sportarten längst übliche Maßnahme sei "ein großer Schritt nach vorne".

Neue Startreihenfolge

Ebenfalls fix ist, dass es im kommenden Winter eine neue Startreihenfolge in den schnellen Disziplinen geben wird: Die Athleten der Top Ten werden ihre Startnummer zwischen 1 und 19 auswählen. Bisher fuhren sie mit den Nummern 16 bis 22. "Die Idee ist, den Zeitraum, in dem die Topstars fahren, auszudehnen, um so die Zuschauer etwas länger bei der Show zu halten."

Manche Disziplinen hätten sich Waldner zufolge in eine Richtung entwickelt, die für den Zuschauer vor dem Fernsehgerät nicht länger attraktiv ist. "Wir brauchen ein leicht verständliches Produkt. Die Prallelrennen sind ein gutes Beispiel, weil der direkte Vergleich aufregend und leicht zu verstehen ist", so der Renndirektor. Mit solchen Formaten soll vor allem jüngeres Publikum angelockt werden – der Ski-Zuseher heute sei durchschnittlich 45 Jahre alt.

Abfahrt in zwei Durchgängen?

Von revolutionären Änderungen will der Südtiroler aber nichts wissen, sondern von einer steten Weiterentwicklung im Weltcup sprechen. "Speedrennen könnten wir beispielsweise in zwei Durchgängen fahren, um die besten Athleten am Ende des finalen Durchgang eng zusammengerückt zu sehen." Laut Waldner wird das bereits im Continental Cup getestet und könnte "in absehbarer Zeit" im Weltcup eingeführt werden. Klassiker wie Kitzbühel oder Wengen würden natürlich weiterhin in ihrer ursprünglichen Art ausgetragen werden, versicherte Waldner.

Die "Königsdisziplin" ist bekanntlich gefährdet, da nicht alle am Skirennsport interessierten Orte über so anspruchsvolle Berge verfügen, dass alle Kriterien wie Länge oder Minimum-Höhendifferenzen gewährleistet sind. Bereits im Vorjahr hatten Spitzenfunktionäre der FIS, etwa Präsident Gian Franco Kasper oder ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel, Befürchtungen geäußert, die Abfahrt könnte aus dem Olympia-Programm verschwinden. (APA, red, 10.10.2016)

  • Speed-Asse wie Cornelia Hütter (Bild) könnten künftig zwei Mal pro Speedrennen über die Piste jagen
    foto: apa/keystone/gian ehrenzeller

    Speed-Asse wie Cornelia Hütter (Bild) könnten künftig zwei Mal pro Speedrennen über die Piste jagen

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