Studie: Junge Österreicher legen eher Geld auf die hohe Kante

10. Oktober 2016, 12:12
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Laut GfK-Umfrage werfen nur knapp 50 Prozent der Österreicher aktuell etwas ins Sparschwein

Wien – Nur knapp die Hälfte der Österreicher hält es angesichts der aktuellen Wirtschaftslage für "ratsam" zu sparen. Zu den Sparfüchsen zählen vor allem Junge und Personen mit weniger Einkommen: Sie wollen in den nächsten Monaten am ehesten etwas zur Seite zu legen, so eine Studie des Marktforschers GfK.

So legen Befragte bis 30 Jahre sowie Bezieher von Einkommen bis 1.200 Euro (Nettohaushaltseinkommen) eher Geld auf die hohe Kante als der Durchschnittsösterreicher. "Jüngere Befragte mit geringen Einkommen sehen also deutlicher die Notwendigkeit, auf Kosten und einen sparsamen Umgang mit den zur Verfügung stehenden Mitteln zu achten", erklärte Paul Unterhuber von GfK.

53 Prozent der Österreicher finden es nicht notwendig, wegen der aktuellen Wirtschaftslage zu sparen. Nur ein Zehntel gibt an, dass momentan sehr viel gespart werde. Jugendliche bis 20 Jahre sparen deutlich eher "viel" (19 Prozent) und "ein wenig" (59 Prozent). Am meisten sparen, aus subjektiver Sicht, die Vorarlberger, Wiener und Burgenländer. Bei den Kärntnern und Oberösterreichern ist das Sparschwein mager, sie bilden das Schlusslicht und können angesichts der finanziellen Mittel im Haushalt am wenigsten zur Seite legen.

Vorsatz: Mehr sparen

In den kommenden 12 Monaten nehmen sich aber knapp 60 Prozent der Befragten vor, Geld zu sparen. Am optimistischsten sind auch hier die Jungen: Bei den unter 20-Jährigen wollen 68 Prozent, bei den 20- bis 29-Jährigen sogar 70 Prozent Geld ins Sparschwein werfen. Von den Befragten zwischen 50 und 59 Jahren hält es nur jeder Zweite für wahrscheinlich, etwas auf die Seite zu legen. Nach Regionen wollen die Salzburger und Vorarlberger am ehesten sparen, die Tiroler sind diesbezüglich am zurückhaltendsten.

Die Beliebtheit der klassischen Sparformen ging im zweiten Quartal 2016 erneut zurück: Nur noch 18 Prozent der Befragten bewerteten das Sparbuch als attraktiv, beim Bausparer waren es lediglich 32 Prozent. Die Beliebtheit des Sparstrumpfes hingegen steige. "Brauchte man 1990 bei jährlichen Sparzinsen von 7 bis 8 Prozent beispielsweise knapp 12 Jahre um sein Sparguthaben zu verdoppeln, wären es heutzutage zirka 400 Jahre", rechnete die Bank Austria in einer Aussendung vom Montag vor.

Trotz der niedrigen Zinsen ist das klassische Sparbuch laut GfK zurzeit die häufigste Anlageform. In der Generation 60+ legen 72 Prozent ihr Geld dort an, bei den Jüngeren bis 25 Jahre besitzt jeder zweite eines. Die zweithäufigste Sparmethode ist der Bausparvertrag, der vornehmlich in der Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen genutzt wird: 51 Prozent von ihnen haben einen Bausparer.

Aktuell sind laut GfK "der Besitz von Immobilien (44 Prozent) sowie Grundstücken (33 Prozent) die attraktivsten Anlageformen." (APA, 10.10.2016)

  • Symbolbild Sparschweine.
    foto: : istock / onur döngel

    Symbolbild Sparschweine.

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