Welche Lektion der Netflix-CEO erst lernen musste

12. November 2016, 09:58
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Vor Netflix führte Reed Hastings schon eine Firma – aber nicht sehr effizient, wie er heute anmerkt

Reed Hastings gründete Netflix gemeinsam mit Marc Randolph im Jahr 1997. Zunächst wurde eine Online-Alternative zu Videotheken mit dem Versand von DVDs und Blue-ray-Discs aufgebaut. 2007 startete zusätzlich das Streaming-Geschäft, das heute auf über 83 Millionen Abonnenten angewachsen ist. Mittlerweile werden auch eigene, erfolgreiche Inhalte produziert. Netflix ist aber nicht nur bei Film- und Serienjunkies beliebt, auch als Arbeitsplatz ist der kalifornische Konzern sehr populär. Das liegt an der Unternehmenskultur von Chef Hastings. In die Wiege gelegt wurde ihm das allerdings nicht.

Hastings: War am Anfang nicht sehr effizient

Der Grund für den Erfolg des Unternehmens liegt in seiner Unternehmenskultur. Netflix gibt seinen Mitarbeitern viele Freiheiten und lässt sie eigenverantwortlich arbeiten. Die Eckpfeiler dieser Unternehmenskultur legte Hastings 2009 in einer bis heute in der Branche oft zitierten Slideshow dar. Doch wie es auch bei Netflix intern einen Lernprozess mit diesem Management ohne strikte Regeln gab, musste auch Hastings erst seinen Job als CEO lernen.

Vor Netflix gründete er Pure Software, das 1996 mit Atria Software fusionierte und 1997 an Rational Software verkauft wurde. Heute sagt Hastings, dass er damals als CEO nicht sehr effizient war. Das Unternehmen konnte zwar schnell wachsen, aber es sei alles sehr chaotisch abgelaufen, erzählte er vergangenen Freitag am TechFest des "New Yorker". "Ich habe keinen sehr guten Job als Manager gemacht", zitiert ihn der "Business Insider". Er habe ein Problem damit gehabt, ehrlich zu seinen Mitarbeitern zu sein und Freundlichkeit als wichtiger erachtet. Auch wenn er mit der Arbeit eines Mitarbeiters unzufrieden gewesen sei, habe er das nicht offen sagen können. Mit der Zeit sei das aber aufgefallen und es habe lange gedauert, bis Hastings ehrlicher mit seinen Mitarbeitern umgehen konnte. Er führt das auf seine damalige Unerfahrenheit zurück, vor Pure Software hatte er noch kein Unternehmen geführt.

Viele Freiheiten für Mitarbeiter

Bei Netflix ist das heute anders. Das Unternehmen behält keine Mitarbeiter, die die Leistungsansprüche nicht erfüllen. Dass der Konzern dennoch beliebt ist, liegt an den bereits erwähnten Freiheiten, die man den Angestellten gewährt. Beispielsweise gibt es mehr oder weniger kein Limit an Urlaubstagen. Bei geschäftlichen Reisen können Mitarbeiter die Unternehmensgelder nach eigenem Gutdünken ausgeben. Sie sollen damit handhaben, als wäre es ihr eigenes Geld. Und man bietet bis zu einem Jahr bezahlte Karenz für Mütter und Väter. Was zählt, ist die Eigenverantwortung der Mitarbeiter, diese Angebote nicht zu missbrauchen. (red, 12.11.2016)

  • Netflix ist bei Kunden und Mitarbeiter beliebt. Reed Hastings hat seine Rolle des CEO erst lernen müssen.
    foto: reuters/steve marcus

    Netflix ist bei Kunden und Mitarbeiter beliebt. Reed Hastings hat seine Rolle des CEO erst lernen müssen.

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