Klassiker Niederlande gegen Frankreich

9. Oktober 2016, 14:12
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Das Duell der Frustrierten: Frankreichs Teamchef Deschamps setzt auf den bei der Euro erprobten Kader, Niederlande stellen sich neu auf – Schwedischer Teambus ging in Flammen auf

Amsterdam – In Gruppe A der Fußball-WM-Qualifikation erfolgt am Montag (20.45 Uhr) in Amsterdam der Klassiker Niederlande gegen Frankreich. Das ist in dieser Konstellation ein Spitzenspiel und ein Duell der Frustrierten zugleich. Der WM-Dritte Niederlande hatte die EM unter großem Gespött verpasst, Gastgeber Frankreich verlor im Juli das Endspiel vor eigenem Publikum durch ein Gegentor in der Verlängerung.

Beide Teams können diese Enttäuschungen nur durch ein erfolgreiches Abschneiden bei der WM 2018 in Russland wieder abschütteln. Nur einer von beiden wird sich direkt für dieses nächste große Turnier qualifizieren können. Das macht ihr Duell in der Amsterdam Arena so brisant.

"Das ist noch kein Finale in unserer Gruppe, aber es ist ein ganz entscheidendes Spiel", sagte Frankreichs Kapitän Hugo Lloris. Seine Mannschaft gewann am Freitagabend mit 4:1 gegen Bulgarien, die Niederländer mit dem gleichen Ergebnis gegen Weißrussland. Schon nach zwei Runden stehen diese beiden großen Fußballnationen an der Spitze der Gruppe A – mit jeweils vier Punkten. Und punktgleich mischt auch Schweden mit.

Schrecksekunde für Schweden

Die Nordeuropäer mussten am Sonntagmorgen eine Schrecksekunde überstehen, als ihr Mannschaftsbus auf einem Parkplatz nahe Stockholm in Flammen aufging, nachdem der Fahrer den Motor gestartet hatte. Verletzt wurde dabei niemand, da sich die Profis gerade in ihrem Quartier befanden und sich der Fahrer retten konnte. Für die weitere Vorbereitung auf das WM-Qualifikationsspiel gegen Bulgarien am Montag (20.45 Uhr) greifen die Schweden auf einen Ersatzbus zurück.

Mit den Enttäuschungen der vergangenen Monate gehen Franzosen und Niederländer völlig unterschiedlich um. Frankreichs Trainer Didier Deschamps setzt weiter auf seinen EM-Kader, der abgesehen vom Endspiel gegen Portugal auch ein sehr gutes Turnier spielte. Neue Gesichter werden nur punktuell integriert – auch wenn der Stürmer Kevin Gameiro von Atletico Madrid zum ersten Mal seit 2011 wieder dabei war und gegen Bulgarien prompt zwei Tore schoss. "Vielleicht hat man mich in den letzten Jahren vergessen", sagte er.

Neu formierte Oranjes

Die Niederländer stellen sich dagegen völlig neu auf, jeder erhält eine Chance. Neuer Abwehrchef ist Jeffrey Bruma vom VfL Wolfsburg, zwei der vier Tore gegen Weißrussland schoss der international eher unbekannte Quincy Promes von Spartak Moskau. "Genau das haben wir gebraucht", sagte der Flügelstürmer über das erste wirklich zählbare Erfolgserlebnis seit fast eineinhalb Jahren.

Die letzten verbliebenen Altstars im Team sind Arjen Robben von Bayern München und Wesley Sneijder von Galatasaray Istanbul – beide fehlen am Montagabend verletzt. Dennoch spricht Frankreichs Kapitän Lloris noch immer voller Respekt über die "Oranjes". "Sie formen gerade eine neue Mannschaft und sie haben dabei wie immer viele Talente zur Auswahl. Das wird ein ganz anderes Kaliber als Bulgarien", sagte der Tormann von Tottenham Hotspur. (APA/dpa, 9.10.2016)

Programm WM-Qualifikation am Montag:

Gruppe A

20:45 Amsterdam: Niederlande – Frankreich (live auf RTL Nitro)
20:45 Borisow: Weißrussland – Luxemburg
20:45 Solna: Schweden – Bulgarien

Gruppe B

20:45 Andorra: Andorra – Schweiz
20:45 Riga: Lettland – Ungarn
20:45 Torshavn: Färöer – Portugal

Gruppe H

20:45 Tallinn: Estland – Griechenland
20:45 Zenica: Bosnien-Herzegowina – Zypern
21:45 Faro: Gibraltar – Belgien

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