Polizist soll Partnerin mit Dienstwaffe getötet haben

9. Oktober 2016, 17:35
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Der 23-Jährige feuerte laut seiner Einvernahme bei einem Streit einen Schuss aus seiner Dienstwaffe ab. Das Motiv waren offenbar andauernde Streitigkeiten und körperliche Übergriffe der Partnerin

Wien/Trofaiach – Jener 23-jährige Polizist, der in Wien unter Doppelmordverdacht steht, hat seine schwangere Partnerin nach eigenen Angaben mit einem Schuss aus der Dienstwaffe getötet. Laut der Einvernahme des Beamten gab es zuvor eine Auseinandersetzung, teilte die Polizei am Sonntag mit. Als Motiv nannte er andauernde Beziehungsstreitigkeiten. Direkt nach der Tat erwürgte der Mann seinen 21 Monate alten Sohn.

Getötet wurden die 25-Jährige und das gemeinsame Kind demnach bereits am vergangenen Sonntag in der Wohnung des Paars in Wien-Margareten, erläuterte Polizeisprecher Patrick Maierhofer. Am Montag legte der 23-Jährige die Leichen in sein Auto, erst am Mittwoch brachte er sie in seine Heimatgemeinde Trofaiach in der Steiermark.

Untersuchungshaft beantragt

Am späteren Sonntagabend hat das Obduktionsergebnis die Aussagen des tatverdächtigen Polizisten bestätigt. Gegen ihn wurde die Verhängung der Untersuchungshaft beantragt. Das bestätigte Nina Bussek, die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien, am Sonntagnachmittag. Das zuständige Gericht muss nun darüber entscheiden.

Laut Polizeisprecher Patrick Maierhofer hatte der Beschuldigte zunächst keine genaueren Angaben zum Hergang und Motiv der Tat machen wollen. Gemeinsam mit seiner Pflichtverteidigerin entschloss er sich dann doch dazu, am Samstag und Sonntag umfangreich auszusagen. Die polizeilichen Ermittlungen waren damit am Wochenende abgeschlossen.

Dienstwaffe entgegen der Vorschrift mitgenommen

Die Obduktionen waren am Sonntag noch nicht beendet. Nach bisherigem Ermittlungsstand wurde laut Maierhofer jedoch ein einzelner Schuss auf die 25-Jährige abgegeben. Die Dienstwaffe habe der Beamte nicht mit nach Hause nehmen dürfen. In der Einvernahme gab er zu, die Pistole vom Typ Glock 17 in der Vergangenheit nach längeren Diensten entgegen der Vorschrift öfter daheim in einem Kasten verwahrt zu haben.

Laut dem 23-Jährigen gab es seit mehreren Monaten intensive Auseinandersetzungen in der Beziehung. Seine Lebensgefährtin soll ihn körperlich attackiert und in der Wohnung "eingesperrt" haben, sagte Maierhofer. Am vergangenen Sonntag habe er die Beziehung beenden wollen. Es soll erneut zu einem Streit gekommen sein, bei dem der Polizist die Dienstwaffe holte und abdrückte. Danach erwürgte er nach eigenen Angaben seinen Sohn. (APA, 9.10.2016)

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