Zwei Tote durch Schüsse aus Auto in Jerusalem: Angreifer tot

9. Oktober 2016, 16:30
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Polizist und Passantin erliegen lebensgefährlichen Verletzungen – Zwei weitere Personen im Spital – Israels Sicherheitsminister beklagt Verhetzung im Netz

Jerusalem/Tel Aviv – An drei verschiedenen Stellen in Jerusalem konnte am Sonntag ein palästinensischer Attentäter das Feuer eröffnen, ehe er von der Polizei gestellt und erschossen wurde. Eine 60-jährige Frau und ein 29-jähriger Polizist, die schwere Schusswunden davongetragen hatten, starben im Krankenhaus. Zudem wurden fünf Menschen mit Verletzungen, die von Schüssen oder Zusammenstößen mit dem Fahrzeug des Terroristen herrührten, und drei weitere mit Schocks in Rettungswagen abtransportiert.

Der Angreifer hatte zunächst aus einem weißen Toyota heraus auf Menschen geschossen, die an einer Straßenbahnhaltestelle warteten, und war dann in hohem Tempo weitergefahren. Während der Fahrt schoss er auf eine Frau in einem anderen Auto. Als dann sein Fahrzeug von der Polizei blockiert war, stieg er aus und schoss auf Motorrad-Polizisten, die die Verfolgung aufgenommen hatten. Der 39-Jährige, der offenbar allein gehandelt hatte, soll im arabischen Viertel Silwan in Ost-Jerusalem Zuhause gewesen sein. Er war in der Vergangenheit wegen Aufwiegelung zum Terror und anderer Delikte in Haft gewesen und sollte am Sonntag abermals eine Gefängnisstrafe antreten.

Klage über Social Media

Ein Sprecher der Palästinensergruppe Hamas, die den Gazastreifen beherrscht, begrüßte den Anschlag als "natürliche Reaktion auf die Verbrechen des Besatzers gegen unser Volk". Israels Sicherheitsminister Gilad Erdan beklagte die "Verhetzung in den sozialen Netzwerken – das hat eine Wirkung und bringt Menschen auf die Straße, um Mord- und Terrortaten zu begehen" und fügte hinzu: "Dass Facebook vor zwei Wochen wieder seine Seiten für die Hamas geöffnet hat, ist ein Skandal."

Im Herbst des Jahres 2015 hatte in Jerusalem eine Welle von Terrorattacken eingesetzt, die meist von sehr jungen Palästinensern mit Messern verübt wurden. Die Welle griff dann auf andere israelische Städte und auf das Westjordanland über. In diesem Jahr sind die Attacken wesentlich seltener geworden. (Ben Segenreich, 9.10.2016)

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