Belgische Polizei hätte Paris-Attentäter 13 mal entlarven können

8. Oktober 2016, 18:02
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Untersuchungsbericht mit heiklen Erkenntnissen geht an Parlamentsausschuss

Brüssel – Die belgische Polizei hat laut einem Untersuchungsbericht 13 Gelegenheiten verpasst, die Paris-Attentäter vor ihrer Anschlagsserie vom 13. November 2015 zu entlarven.

Schon seit Februar 2015 seien Telefonmitschnitte mit Terrorverdächtigen vorgelegen, die mit dem einzig überlebenden Attentäter der Pariser Anschläge, Salah Abdeslam, in Verbindung standen, berichtete die flämische Tageszeitung "De Tijd" am Samstag unter Berufung auf einen vertraulichen Bericht der polizeiinternen Ermittler. Von den 13 verpassten Chancen zur rechtzeitigen Entlarvung der Attentäter seien sechs auf Personalmangel zurückzuführen, zitierte "De Tijd" weiter.

Radikalisierung war bekannt

Aus dem Untersuchungsbericht gelangten in den vergangenen Wochen wiederholt Einzelheiten an die Öffentlichkeit. So hieß es, es sei bekannt gewesen, dass die Brüder Salah und Brahim Abdeslam sich radikalisierten und mit dem mutmaßlichen Chef der Paris-Attentäter, Abdelhamid Abaaoud, in Kontakt standen. Der Untersuchungsbericht der polizeiinternen Ermittler geht nunmehr an einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss.

Abdeslam, der in einem Gefängnis im Süden von Paris sitzt, gilt als der einzige überlebende Attentäter der Anschläge von Paris im November mit 130 Toten. Ermittelt wird gegen den französischen Staatsbürger unter anderem wegen Mordes und versuchten Mordes, wegen Freiheitsberaubung im Zusammenhang mit dem Angriff auf die Pariser Konzerthalle Bataclan sowie wegen Besitzes von Sprengstoff und Waffen.

Schon seit längerem ist bekannt, dass die Jihadisten-Netzwerke in Belgien und Frankreich verflochten sind. Die Pariser Anschläge wurden wesentlich in Belgien geplant. Im März wurden bei Attentaten in Brüssel 32 Menschen getötet und mehr als 300 weitere verletzt. Ein Großteil der Verdächtigen lebte im Brüsseler Stadtteil Molenbeek. (APA, 8.10.2016)

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