Mindestens 82 Tote bei Luftangriffen im Jemen

8. Oktober 2016, 21:25
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Beerdigung in Sanaa bombardiert – Saudisch geführte Militärkoalition weist Vorwürfe zurück

Sanaa – Bei einem der verheerendsten Luftangriffe im jemenitischen Bürgerkrieg sind mindestens 82 Menschen gestorben. Zudem seien bei dem Bombardement auf eine Trauergesellschaft in Jemens Hauptstadt Sanaa, das vermutlich von einer saudisch geführten Militärkoalition ausgeführt wurde, am Samstag mehr als 530 Menschen verletzt worden. Zuvor war von mehr als 140 Toten die Rede.

Das teilte ein Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums laut Nachrichtenagentur Saba mit. Die Agentur wie auch das Gesundheitsministerium unterstehen den schiitischen Houthi-Rebellen, die gegen die international anerkannte Regierung des Landes kämpfen.

Saudi-Koalition bestreitet Angriff

Saba zufolge ist das saudisch geführte sunnitische Bündnis für die Attacken auf die Trauerhalle verantwortlich. Sie fliegt als einzige Macht im Jemen Angriffe. Die Koalition selbst bestritt Medienberichten zufolge, in der Region Einsätze geflogen zu sein.

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) teilte mit, in den MSF-unterstützten Krankenhäusern Sanaas seien mehr als 400 Menschen behandelt worden. Das internationale Komitee vom Roten Kreuz im Jemen kündigte Hilfe an. Unter anderem würden 300 Leichensäcke zur Verfügung gestellt. Unter den Toten und Verletzten sollen auch ranghohe Funktionäre der Houthi-Rebellen sein.

Zerstörte Halle

Im Internet kursierende Aufnahmen, deren Echtheit sich zunächst nicht unabhängig überprüfen ließ, zeigten eine zerstörte Halle, aus der Flammen schlugen. Sirenen heulten, Menschen riefen durcheinander.

Jemens Hauptstadt Sanaa ist seit September 2014 unter der Kontrolle der Houthis, die gegen Truppen der Regierung von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi kämpfen. Die Angriffe des saudischen Bündnisses hatten im März 2015 begonnen und trafen neben Houthi-Stellungen immer wieder auch humanitäre Einrichtungen, Märkte oder Hochzeitsgesellschaften. Viele Unbeteiligte wurden dabei getötet.

"Willkürliche Bombardements"

Ärzte ohne Grenzen hatte kürzlich ihr Personal aus dem Norden des Landes abgezogen und als Gründe "willkürliche Bombardements" und "unzuverlässige Zusicherungen" des Militärbündnisses angeführt.

Die USA stützen den Kurs Saudi-Arabiens und verlangen von den Houthis, sich aus den großen Städten im Jemen zurückzuziehen sowie ihre Waffen abzugeben. US-Außenminister John Kerry hatte trotz der Vielzahl getöteter Zivilisten gesagt, das militärische Vorgehen Riads sei eine Antwort auf die Gewalt aus dem bitterarmen Nachbarland.

Die Houthis hatten vor wenigen Tagen einen eigenen Ministerpräsidenten ernannt. Mit diesem Schritt rückte nicht nur eine diplomatische Lösung in weite Ferne. Es wurde auch befürchtet, dass sich der militärische Konflikt mit der Regierung von Präsident Hadi weiter verschärfen könnte. Friedensgespräche der Konfliktparteien waren im August gescheitert. (APA, 8.10.2016)

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    foto: ap/huwais
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