Unicef meldet Cholera-Ausbruch im Jemen

7. Oktober 2016, 21:50
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Kinder besonders bedroht – Gesundheitssystem in Bürgerkriegsland zusammengebrochen

Sanaa – Ein Cholera-Ausbruch bedroht laut einem Bericht der UN-Kinderhilfsorganisation Unicef zahlreiche Kinder im Jemen. Durch den Zusammenbruch des Gesundheitssystems in dem von Bürgerkrieg geplagten Land seien Kinder besonders gefährdet, erklärte Unicef-Experte Julien Harneis am Freitag.

Sowohl aus der von Rebellen gehaltenen Hauptstadt Sanaa als auch aus der drittgrößten Stadt Taez seien Cholera-Fälle gemeldet worden. Wenn Cholera nicht medizinisch behandelt werde, drohe 15 Prozent der Erkrankten binnen weniger Stunden der Tod, warnte Unicef.

Mangelernährung

Der Cholera-Ausbruch verschärfe das Elend von Millionen von Kindern im Jemen weiter: 1,5 Millionen Kinder in dem Land litten wegen des anhaltenden Konflikts bereits an Mangelernährung, 370.000 seien schwer unterernährt. Ihr Immunsystem sei dadurch geschwächt, die Kinder für Krankheiten wie Cholera anfällig. Cholerabakterien werden über mit Fäkalien verseuchtes Trinkwasser übertragen, sie lösen bei den Infizierten starken Durchfall aus.

Im Jemen kämpfen seit September 2014 Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi gegen vom Iran unterstützte schiitische Houthi-Rebellen und andere Gruppen, die dem ehemaligen Präsidenten Ali Abdallah Saleh die Treue halten. Die Houthis hatten Anfang 2015 die im Norden gelegene Hauptstadt Sanaa und andere Städte erobert und Hadi zur Flucht nach Saudi-Arabien gezwungen.

Seit März 2015 fliegt ein von Riad angeführtes arabisches Militärbündnis Luftangriffe auf die Rebellen. Seither wurden nach Schätzungen der UNO mehr als 6700 Menschen getötet, drei Millionen Menschen sind auf der Flucht. Die Regierungstruppen konnten die schiitischen Rebellen im Sommer aus Aden und vier weiteren Provinzen im Süden des Jemen zurückdrängen. Die Houthis halten jedoch weiter Sanaa und weite Landesteile im Norden. Vermittlungsversuche der UNO führten bisher nicht zu einer Befriedung des Landes. (APA, 7.10.2016)

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