Faymann soll gute Chancen auf Tusk-Nachfolge haben

7. Oktober 2016, 20:35
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Ex-Kanzler als "beste Personalreserve" der Sozialdemokraten für EU-Ratspräsidenten

Wien/Brüssel – Ex-Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hat nach Angaben des "Kurier" gute Chancen, nächster EU-Ratspräsident zu werden. Sollte den Sozialdemokraten dieser Posten tatsächlich zufallen, wäre Faymann "die beste Personalreserve dafür", schreibt das Blatt in seiner Samstagsausgabe.

"Solche Top-Jobs gehen in der Regel an Regierungschefs – und es gibt keinen Sozialdemokraten, der erst kürzlich aus dem Amt geschieden ist und auf mehr als sieben Jahre Kanzlerschaft und Erfahrung im Europäischen Rat zurück blicken kann", berichtet der "Kurier" unter Berufung auf ungenannte Quellen.

SPE-Unterstützung

Wie die Zeitung weiter schreibt, gäbe es in der EU es eine Vereinbarung, wonach Martin Schulz am 1. Jänner 2017 den Vorsitz im EU-Parlament abgeben müsse. Der deutsche Sozialdemokrat wehre sich noch dagegen, aber die entsprechende Vereinbarung, dass der Posten an einen Konservativen gehe, gäbe es. Im Gegenzug würden die Sozialdemokraten einen der beiden anderen EU-Top-Jobs fordern. Da Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker offenbar fest im Sattel sitze, könnte EU-Ratspräsident Donald Tusk weichen müssen.

Die SPE, die europäischen Sozialdemokraten, würden Faymann voll unterstützen. Wie der "Kurier" nach eigenen Angaben erfuhr, soll Faymann auf dem Parteitag der SPE im Dezember in Prag einen großen Auftritt haben. Er soll dort über seine neue Aufgabe als UNO-Beauftragter zur Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit referieren. In dieser Eigenschaft habe Faymann am Mittwoch in Berlin SPD-Chef Sigmar Gabriel und Kanzlerin Angela Merkel Besuche (CDU) abgestattet. "Ob Faymann EU-Ratspräsident wird, hängt letztlich von Merkel ab. Wenn sie zustimmt, wird er es", sagen Experten laut "Kurier" in Brüssel. (APA, 7.10.2016)

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    foto: reuters/bader

    Werner Faymann

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