"Wilder Streik" bei Tuifly: Zum Hustensaft greifen

Kommentar7. Oktober 2016, 17:48
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Von den Massenerkrankungen bei Tuifly hat höchstens die Konkurrenz etwas

Jetzt mal das Management des deutschen Ferienfliegers Tuifly, die mitleidende Air Berlin und alle total frustrierten Urlauber, die nicht in die Wärme und ans Meer kommen, ausgenommen – aber im Rest von Deutschland sorgte die heimtückische "Krankheit", die Tuifly erfasst hat, auch für kurzes Zucken der Mundwinkel.

Man konnte sich gar nicht vorstellen, dass es in Deutschland einen "wilden Streik" geben kann, sind wir doch im Land der Mülltrenner, der Ordnung und der Vorschriften. Tatsächlich haben sich Gerichte Ende der 1970er-Jahre zum letzten Mal mit der Problematik beschäftigt.

Aber natürlich ist dieser "Jetzt-zeigen-wir’s-den-Chefs-Virus" nichts Lustiges, zeigt er doch, wie schlecht es um das Verhältnis zwischen Management und Beschäftigten bestellt ist und wie verunsichert die Belegschaft angesichts der Fusionspläne mit Air Berlin ist.

Und wie im richtigen Leben kann so eine heftige Krankheit lang andauernde und schwerwiegende Folgen haben. Tausende Kunden werden Schadenersatzansprüche geltend machen. Ob die Airline sich, wie im Falle eines Vulkanausbruchs, auf höhere Gewalt berufen kann, ist fraglich und wird in langen Gerichtsverfahren geklärt werden.

Das nutzt weder den Chefs noch den Mitarbeitern, höchstens jenen der Konkurrenten von Easyjet und Ryanair. Gut, dass die Kranken nun doch zu Hustensaft und Magentabletten gegriffen haben und wieder fliegen wollen. (Birgit Baumann, 7.10.2016)

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