Song Contest: Wien hat laut Stadtrechnungshof gut abgeschnitten

7. Oktober 2016, 14:43
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Stadt Wien Marketing blieb im Kostenrahmen, lediglich Verbesserungsbedarf bei Dokumentation geortet

Wien – Schweden hat gewonnen, aber auch Wien hat gut abgeschnitten – beim 60. Eurovision Song Contest im Vorjahr. Der Stadtrechnungshof lobt in einem aktuellen Prüfbericht, dass das Stadt Wien Marketing sein Budget brav eingehalten hat. Er sieht lediglich Verbesserungsbedarf bei der Dokumentation von Verhandlungsergebnissen. Auch touristisch war das Wettsingen in der Stadthalle offenbar ein Erfolg.

Eine Million Euro waren als Ausgabe der städtischen Marketinggesellschaft veranschlagt worden. Sie fungierte quasi als Dreh- und Angelpunkt der städtischen ESC-Aktivitäten – und kam mit dem Geld aus. Lediglich Verschiebungen wurden verzeichnet. So wurden etwa weniger Werbeflächen als ursprünglich vorgesehen bespielt, gleichzeitig erhöhten sich die Kosten für die Eröffnungsfeier am Rathausplatz, was nicht zuletzt den nicht unbeträchtlichen Aufwendungen für Sicherheitsmaßnahmen geschuldet war.

"Projektdokumentation" verbesserungswürdig

Die Prüfer merkten jedoch an, dass auch andere Abteilungen der Stadt – etwa die Müllabfuhr – Leistungen erbrachten, die so nicht im Vertrag mit dem Stadtmarketing zu finden waren. Und: Die "Projektdokumentation" wurde als verbesserungswürdig eingestuft. Angemerkt wurde etwa, dass Verhandlungsergebnisse zwischen Stadt und ORF nicht immer im nötigen Maß schriftlich dokumentiert worden waren.

Hier ersucht das Stadt Wien Marketing in einer im Bericht enthaltenen Stellungnahme um Nachsicht – mit Verweis auf die nicht unhektische Zeit vor dem Event: "Die Verhandlungsthemen wurden teils persönlich, teils telefonisch, teils per E-Mail, teils in größeren Runden, teils bloß bilateral abgearbeitet." Die Ergebnisse seien jedenfalls im Leistungsvertrag dargestellt worden.

"Touristische Effekte lukriert"

Zufrieden zeigt sich der Stadtrechnungshof mit der Breitenwirkung der Veranstaltung. Er verweist etwa auf eine Studie, die einen Vergleich mit dem ESC 2014 in Kopenhagen anstellte. Wien habe "nachweislich mehr touristische Effekte lukriert", die in der Folge auch zusätzliche "wirtschaftliche und fiskalische Effekte" induzierten.

Dass auch andere, mit dem Song Contest nicht unmittelbar betraute Einrichtungen der Stadt die Gunst der Stunde nutzten, wird positiv hervorgehoben. Mit "kreativen Aktivitäten" hätten sie ihre Leistungen transportiert – etwa durch singende Kanaldeckel oder Ampelpärchen. Auch die 120.000 Besucher auf der Fanmeile ("Eurovision Village") wurden als Erfolg gewertet – mit dem Hinweis darauf, dass sie trotz des schlechten Wetters auf den Rathausplatz geströmt sind. (APA, 7.10.2016)

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