Erneut Konflikt um Telekom-Infrastruktur im Kosovo

7. Oktober 2016, 13:23
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Serbien soll früheres Staatseigentum jungem Staat überlassen

Ein Streit um die Telekommunikationsinfrastruktur sorgt aktuell für Aufregung in Serbien. Ein vergangene Woche in Brüssel bei den Normalisierungsverhandlungen zwischen Serbien und seiner ehemaligen Provinz präsentierter Vorschlag, soll laut serbischen Medienberichten eine Übergabe des einstigen Eigentums der Telekom Srbija an den Kosovo vorsehen.

31,5 Millionen Euro

Der Wert der Telekommunikationsinfrastruktur soll sich demnach auf 31,5 Millionen Euro belaufen. Nach der Übergabe soll die serbische Telekom eine Tochterfirma im Kosovo gründen dürfen, die dann Infrastruktur allerdings vom kosovarischen Staat pachten müsste.

Serbische Medien befürchteten am Freitag freilich die Telekommunikationsinfrastruktur könnte nur die Spitze des Eisbergs sein. "Man will uns des Eigentums im Wert von 200 Milliarden Euro berauben", titelte die Boulevard-Zeitung "Blic" und veröffentlichte eine ausführliche Liste von früherem serbischen "Staatseigentum" auf das der Kosovo angeblich Anspruch erhebt.

Bergbau-Komplex Trepca

Darunter ist auch der seit langem umstrittene Bergbau-Komplex Trepca. Hier will das kosovarische Parlament am heutigen Freitag einen Gesetzesentwurf zur Umwandlung in eine Aktiengesellschaft debattieren, wobei dem kosovoarischen Staat 80 Prozent der Aktien zufallen würden. Derzeit wird das Großunternehmen geteilt verwaltet – 30 Prozent befinden sich in den Händen einer im Nord-Kosovo ansässigen serbischen Geschäftsführung. Diese widersetzt sich der Umstrukturierung des Unternehmens und argumentiert, 3.000 Kosovo-Serben könnten ihren Arbeitsplatz verlieren. (APA, 7.10.2016)

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