"Paranoia": Täglich grüßt die Böse

11. Oktober 2016, 13:37
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Auch in dem neuen Roman trifft Patricia Cornwells Heldin auf ihre ewige Gegenspielerin Carrie Grethen.

Nach zwei Dutzend Hardcore-Krimis mit der Gerichtsmedizinerin Kay Scarpetta hat man sich an die brutalen Details aus der Pathologie gewöhnt. Patricia Cornwell ist die Pionierin auf dem Gebiet der makabren Todesarten und Leichensektionen gewesen, wobei sie mit eigener beruflicher Erfahrung punkten konnte.

Cornwells Dauerheldin und ihre lesbische Nichte Lucy, die nicht zuletzt ob ihres problematischen Charakters aus dem FBI ausgeschieden ist, werden nach wie vor von Carrie Grethen gestalkt. Diese böseste aller Bösewichtinnen hat schon beinahe übersinnliche Fähigkeiten. Sie hackt sich in Datennetze, legt raffinierte Spuren und ist ihren Gegnerinnen immer ein paar Schritte voraus. Carrie manipuliert die Tatorte ihrer Serienmorde, um Lucy zur Verdächtigen zu machen.

Diese Grundkonstellation der Feindschaft dünnt sich mit der Zeit aus. Cornwell holt sich Bausteine aus der Vergangenheit Kays und Lucys und gönnt der Psychopatin Carrie immer noch kein verdientes Ende. Jetzt wäre es wirklich bald an der Zeit für einen spektakulären Abgang. (Ingeborg Sperl, 11. 10. 2016)

Patricia Cornwell, "Paranoia", € 24,70 / 494 Seiten, Verlag Hoffmann und Campe, Hamburg 2016

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Krimiblog von Ingeborg Sperl

  • Pathologin Kay Scarpetta trifft in "Paranoia" wieder auf eine alte Bekannte.
    foto: hoffmann und campe verlag

    Pathologin Kay Scarpetta trifft in "Paranoia" wieder auf eine alte Bekannte.

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