Österreicher fliegen im Winter auf Spanien und Malediven

7. Oktober 2016, 13:43
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Luxus und Billigsdorf boomen bei Nah- und Fernreisen. Wer nach Spanien will, muss mit höheren Kosten kalkulieren

Wien – In der kalten und dunklen Jahreszeit zieht es immer mehr Österreicher in die Ferne – heuer anscheinend besonders viele. Darauf deuten die bisher eingegangenen Buchungen für diesen Winter hin. Bei Österreichs größter Reisebürokette Ruefa liegen die Umsätze der bisher gebuchten Reisen bis dato um etwa sechs Prozent über Vorjahr. "Sicherheit ist und bleibt ein wichtiges Thema", sagte die im Verkehrsbüro für das Reisegeschäft zuständige Vorstandsdirektorin Helga Freund bei der Vorstellung der Reisetrends am Freitag. Nicht verwunderlich sei deshalb, dass Spanien auch im Winter ein Renner bleibe.

Spanien heißt im Winter vor allem Kanarische Inseln, die in einer akzeptablen Flugzeit von wenigen Stunden ex Österreich zu erreichen sind. Wer nicht nur Sonne, sondern auch Wärme im Winter sucht, muss bei anderen Destinationen in der Regel deutlich längere Flugzeiten in Kauf nehmen. Mit einem Plus von 17 Prozent gegenüber Vorjahr und einem Winter-Umsatzanteil von 12,5 Prozent liegt Spanien im Ruefa-Ranking heuer klar auf dem ersten Platz. Dahinter folgt der Fernreise-Dauerbrenner Malediven mit 9,3 Prozent Anteil und einem leichten Rückgang aufgrund gestiegener Preise. Fernreiseziel Nummer zwei und Aufsteiger der Saison ist mit plus 13,1 Prozent (auf 7,3 Prozent Umsatzanteil) Thailand, gefolgt von den USA (sechs Prozent Anteil).

Spanien profitiert von Türkei-Minus

Wen es nach Spanien zieht, der muss allerdings mit höheren Kosten kalkulieren. Der Preisausblick auf 2017 zeigt, dass die spanischen Hoteliers nach dem Rekordsommer 2016, wo man von umgeleiteten Touristenströmen insbesondere aus der Türkei profitierte, an der Preisschraube gedreht haben. Acht bis zehn Prozent Plus seien die Regel, sagt Freund. Weil die Flugpreise aber mehr oder weniger konstant geblieben seien, lägen die Preise für die Pauschalreise nach Spanien 2017 um durchschnittlich 4,5 bis fünf Prozent über Vorjahr.

Ein Sonderfall sei Kuba. Die Nachfrage sei dermaßen groß, dass längst nicht alle Wünsche erfüllt werden können. Die knappen Hotelkapazitäten auf der Karibikinsel, um die sich auch immer mehr US-Touristen rissen, haben dazu geführt, dass die Preise ebenfalls deutlich angezogen haben. Während das Luxussegment und Budgetreisen boomten, sei das mittlere Preissegment zwischen 699 und 799 Euro unter Druck. "Wir merken, dass Familien vermehrt sparen und das Geld nicht mehr so locker sitzt", sagt Freund.

Guter Sommer 2017 erwartet

Neben einem guten Winter sieht man beim Verkehrsbüro auch zuversichtlich in den nächsten Sommer. Die Vorausbuchungen für das Jahr 2017 liegen um 17 Prozent über Vorjahr. Auch das Kreuzfahrtgeschäft ziehe merklich an, sagt Walter Krahl, Geschäftsführer von Verkehrsbüro Ruefa Reisen. Um die Türkei hingegen machen Österreicher weiter einen Bogen. Im vergangenen Sommer machte der Türkei-Anteil bei Ruefa weniger als vier Prozent aus – nach mehr als zwölf Prozent im Jahr davor. Krahl geht zwar von einer leichten Besserung 2017 aus, bis aber die alten, guten Werte wieder erreicht würden, werde es wohl "Jahre" dauern. (Günther Strobl, 7.10.2016)

  • Fischerboote vor einem Strand in Thailand. Die Destination erfreut sich bei Österreichern ungebrochener Beliebtheit. Im heurigen Winter wird mit einem kräftigen Plus bei Thailand-Reisenden gerechnet, die Preise liegen auf Vorjahresniveau.
    foto: imago/stock&people

    Fischerboote vor einem Strand in Thailand. Die Destination erfreut sich bei Österreichern ungebrochener Beliebtheit. Im heurigen Winter wird mit einem kräftigen Plus bei Thailand-Reisenden gerechnet, die Preise liegen auf Vorjahresniveau.

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