Opposition fordert verbessertes Abkommen mit Farc-Rebellen

7. Oktober 2016, 05:51
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Verhandlungen mit Regierung über Änderungen an Friedensvertrag

Bogota – Nach der Ablehnung des Friedensabkommens mit den Farc-Rebellen durch die Bevölkerung haben Regierung und Opposition in Kolumbien mit der Überarbeitung des Vertragstextes begonnen. Verteidigungsminister Luis Carlos Villegas äußerte sich nach dem Treffen am Donnerstag in Bogota zuversichtlich.

Es sei freundlich und respektvoll darüber diskutiert worden, wie ein Frieden in Kolumbien erreicht werden könne. Die Regierungsvertreter kamen mit einer Delegation der Oppositionspartei Centro Democratico von Ex-Präsident Alvaro Uribe zusammen. Der Vorgänger von Staatschef Juan Manuel Santos ist ein entschiedener Gegner des Friedensvertrags, den Regierung und Rebellen nach jahrelangen Verhandlungen in Havanna geschlossen hatten. Für nächsten Montag sei ein weiteres Treffen angesetzt worden, um über die konkreten Änderungsvorschläge der Opposition zu beraten, sagte Villegas.

Die kolumbianische Bevölkerung hatte den Friedensvertrag am Sonntag in einem Referendum überraschend abgelehnt. Eine denkbar knappe Mehrheit von 50,21 Prozent stimmte mit Nein, 49,78 Prozent votierten mit Ja. Die Gegner des Abkommens kritisieren, dass Guerillakämpfer gemäß dem Vertrag straflos ausgehen könnten und die Umwandlung der Farc in eine legale politische Partei dieser zu viel Einfluss verschaffen könnte.

Rebellen kehren in Hochburgen zurück

Die Farc-Rebellen kehrten unterdessen wieder in ihre Hochburgen im Landesinneren zurück. "Sie reisten unbewaffnet und in Zivilkleidung", teilte das Rote Kreuz mit. Rebellenkommandeur Pastor Alape erklärte auf Twitter, der Rückzug sei angeordnet worden, um "Provokationen" durch Gegner des Friedensabkommens zu verhindern.

Die Farc hatte 1964 im Kampf gegen Großgrundbesitzer und die Regierung zu den Waffen gegriffen. In dem Konflikt waren neben der Armee auch andere linke Guerillagruppen, rechte Paramilitärs und die Drogenmafia verwickelt. Insgesamt wurden in dem mehr als ein halbes Jahrhundert währenden Gewaltkonflikt mehr als 260.000 Menschen getötet. (APA, 7.10.2016)

  • In Cali demonstrierten Aktivisten für den Friedensvertrag.
    foto: jaime saldarriaga

    In Cali demonstrierten Aktivisten für den Friedensvertrag.

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