Warum Hammerhaie gerne in Seitenlage schwimmen

8. Oktober 2016, 07:00
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Japanische Forscher führten fluiddynamische Tests durch, um dem seltsamen Verhalten der Tiere auf den Grund zu gehen

Tokio – Hammerhaie sehen nicht nur – für die Verhältnisse heutiger Haie – ungewöhnlich aus, sie praktizieren auch oft einen ungewöhnlichen Schwimmstil: Wie Forscher um Yuuki Watanabe vom nationalen japanischen Institut für Polarforschung berichten, schwimmen Große Hammerhaie (Sphyrna mokarran) gerne in Seitenlage, in einem Winkel von etwa 60 Grad. Alle fünf bis zehn Minuten wechseln sie die Seite. Bilder und Videos davon finden Sie hier, der Begleittext ist allerdings auf Japanisch.

foto: nipr
Ein "Hammerhai" im Windkanal.

Das Forscherteam hatte Hammerhaie mit Sensorpaketen ausgestattet, um die exakten Abläufe festzuhalten. Die gewonnenen Daten flossen in die Bewegungen eines morphologisch originalgetreuen Haimodells ein, das anschließend fluiddynamischen Tests unterzogen wurde.

Es zeigte sich, dass sich die bis zu sechs Meter langen Haie so eine anatomische Besonderheit zunutze machen können – womit in diesem Fall nicht ihr namensgebender Kopf, sondern die sehr lange Rückenflosse gemeint ist. Diese sorgt nämlich, wenn der Hai von einer Seite auf die andere rollt, für Auftrieb – ganz ähnlich wie die Tragflächen eines Flugzeugs. Es ist eine Methode zur Sparsamkeit, so Watanabe: Der Hai muss auf diese Weise weniger Energie dafür aufwenden, dem Absinken in tiefere Wasserschichten entgegenzuwirken. (red, 8. 10. 2016)

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