Sirius A: Mini-PC soll Tablet, TV-Box und Desktop-Rechner ersetzen

6. Oktober 2016, 13:50
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Eigenwilliges Windows-Gerät aus den Niederlanden ist auf hohe Flexibilität ausgelegt

Das Zeitalter des "klassischen" Desktop-Rechners ist, so lässt sich das mittlerweile überzeugend attestieren, vorbei. Hardware in großen Metallgehäusen findet man vorwiegend noch in Büros und bei Gamern, in allen anderen Bereichen zeigt sich ein buntes Sammelsurium an Formfaktoren. Vom großen Laptop über Convertibles bis hin zu kleinen Tablets ist alles vertreten, um zu Hause und unterwegs produktiv zu sein, Medien zu konsumieren oder einfach nur zu kommunizieren.

Das niederländische Unternehmen Ockel Computers prescht nun mit einem Rechner namens "Sirius A" vor, der sich besonders flexibel zeigen soll. Versprochen wird ein Desktop-PC, der sich in die Tasche stecken und auch als Tablet verwenden lässt.

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Atom-Chip und Touchdisplay

Schon ästhetisch sticht der nach dem "Hundsstern" (Canis Majoris) benannte Computer aufgrund seiner Keilform hervor. Er steckt in einem rechteckigen Gehäuse mit abgeschrägter Oberseite, auf der sich auch ein Touchdisplay befindet. Dieses weist eine Diagonale von sechs Zoll auf und liefert eine Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel.

Unter der Haube steckt Intels Atom X7-Z8750, der leistungsfähigste der mittlerweile eingestellten Einsteiger-Chipreihe von Intel. Er bringt eine Quadcore-CPU mit 1,6 GHz Basistakt sowie temporärem Burst auf bis zu 2,56 GHz mit. Dazu gesellen sich vier GB RAM (LPDDR3-1600), der mittels microSD-Slot erweiterbare eMMC-Speicher ist mit 64 GB dimensioniert. Die Onboard-Grafikeinheit unterstützt die Wiedergabe von 4K-Inhalten.

Vollwertige Port-Ausstattung

Ebenfalls an Bord sind 802.11ac-WLAN und Bluetooth 4.2. Auf der Hinterseite finden sich eine Reihe von Anschlüssen: Zwei USB 3.0-Ports, eine USB-Schnittstelle mit Typ C-Stecker, ein HDMI-Ausgang, ein DisplayPort. Ein RJ45-Netzwerkstecker sowie ein seitlich angebrachter 3,5mm-Kopfhöreranschluss.

Dazu kommen ein Accelerometer, Magnetometer und ein Gyroskop sowie eine einfache Webcam. Der integrierte Akku weist eine Kapazität von 3.000 mAh auf und soll bis zu vier Stunden Videowiedergabe durchhalten. Vorinstalliert ist Windows 10.

foto: ockel computers

TV-Box, Tablet, Desktoprechner

Das kompakte Format (150 x 85 x 6 bis 20 Millimeter) soll es ermöglichen, Sirius A in der Hosentasche zu transportieren. Dank dem Touchscreen lässt er sich als Tablet einsetzen, im Wohnzimmer kann er als Streaming- oder Spielplattform dienen. Das Versprechen der Entwickler, man könne all seine Lieblingsgames darauf spielen, ist jedoch zu hoch gegriffen. Mit Casual Games sollte die Hardware kein Problem haben, mit aktuellen Grafikkrachern á la "The Witcher 3" dürfte sie aber klar überfordert sein.

Schließt man den Sirius an einen Bildschirm an, aktiviert sich der "Switch Mode", den Ockel in Zusammenarbeit mit Microsoft entwickelt hat. In diesem fungiert der Touchscreen als Keyboard und Maus, sollte man keine zusätzlichen Eingabegeräte zur Verfügung haben. Im Betrieb soll der Rechner nicht zu hören sein, er kommt ohne aktiver Kühlung aus.

Theoretisch ist es laut Entwicklern auch möglich, auf dem Gerät auch eine Linux-Distribution oder eine andere Windows-Ausgabe zu installieren. Selber planen sie jedoch keine Veröffentlichung eines alternativen Betriebssystems.

foto: ockel computers

Roadmap

Einen ersten Prototyp haben die Entwickler bereits produziert und auf der IFA in Berlin gezeigt. Zwischen November und Januar soll das Chipdesign finalisiert und ein letztes Testgerät gebaut werden. Nach Tests und Vorbereitungen soll die Massenproduktion im April 2017 starten und die Lieferung im Mai anlaufen.

Für Ockel ist es nicht das erste Projekt dieser Art, vergangenes Jahr hatte man einen traditionelleren Mini PC unter dem Namen "Sirius B" veröffentlicht, der aber unter anderem ohne Bildschirm hergestellt wurde.

Ab 500 Dollar

500 Dollar (derzeit rund 446 Euro) an Investment verlangt das niederländische Unternehmen von all jenen, die im kommenden Jahr einen der neuen Rechner erhalten wollen. Finanziert wird die Herstellung über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo. Das Ziel von 100.000 Dollar konnte man dabei kürzlich erreichen. Die Kampagne läuft noch etwa einen Monat lang, es gelten die üblichen Risikohinweise für Crowdfunding. (gpi, 06.10.2016)

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