Erstickungsgefahr durch Klebelaschen von Taschentuchverpackungen

6. Oktober 2016, 12:52
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Klebelaschen von Papiertaschentücher-Verpackungen können zu Erstickungsunfällen bei Kleinkindern führen, warnt das Deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung

Ein Restaurantbesuch. Die Familie trifft sich. Auch die Kleinsten sind dabei. Ein Baby beginnt zu quengeln. Ein Griff in die Westentasche, schon ist ein beliebtes Spielzeug hervorgezaubert. Papiertaschentücher-Verpackungen knistern, sind weich und können schon von kleinen Kinderhänden problemlos gehalten werden.

Wird die Klebelasche der Verpackung versehentlich durch den Säugling oder das Kleinkind verschluckt, kann das zu gefährlichen Gesundheitsstörungen bis hin zu Erstickungsanfällen führen, warnt nun das Deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). "In den vergangenen zehn Jahren wurden dem BfR insgesamt 23 Fälle von Kliniken und Giftinformationszentren mitgeteilt, bei denen es zum Verschlucken solcher Klebelaschen kam", sagt BfR-Präsident Andreas Hensel.

Besser nicht als Spielzeug verwenden

Die Bandbreite der Fälle erstreckte sich von "symptomlos" über leichte Atembeschwerden bis hin zu schwerer, lebensbedrohlicher Luftnot. "Präventiv raten wir daher allen Eltern, Verpackungen mit Klebelaschen nicht als Spielzeug für Säuglinge und Kleinkinder zu verwenden."

Bei einem Verschlucken der Klebelasche durch ein Kleinkind kann sich die Lasche im Rachenraum festsetzen und die Atmung behindern. "Wird die Klebelasche verschluckt, ohne die Atmung zu beeinträchtigen, so ist sie für den Magen-Darm-Trakt in der Regel unproblematisch und wird auf natürlichem Wege wieder ausgeschieden", so das BfR. (red, 6.10.2016)

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