Wikileaks: Assange will mit Leaks Google und Clinton schaden

6. Oktober 2016, 09:58
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Der Wikileaks-Gründer hegt einen besonderen Groll auf den IT-Konzern und dessen ehemaligen CEO Eric Schmidt

Zehn Jahre ist es her, seit die Enthüllungsplattform Wikileaks erstmals online ging. In dieser Dekade hat sich Wikileaks-Gründer Julian Assange mit zahlreichen Personen zerstritten: Etwa mit Medienpartnern wie der New York Times oder dem ehemaligen Weggefährten Daniel Domscheit-Berg. Besonderen Groll hegt Assange allerdings auf zwei Personen: Auf die ehemalige US-Außenministerin und jetzige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton sowie auf den einstigen Google-Chef Eric Schmidt.

Kritik an Verflechtung mit US-Politik

Jetzt hat Assange angekündigt, in den kommenden Wochen Dokumente zu publizieren, die beiden Gegnern Schaden werden. Der Wikileaks-Chef kritisiert an Google, dass der Konzern (der jetzt als "Alphabet" operiert) zu enge Beziehungen mit der US-Politik eingegangen ist. Tatsächlich sitzt Schmidt, der jetzt Executive Chairman bei Alphabet ist, in mehreren Gremien der US-Politik, etwa in einem Thinktank des Verteidigungsministeriums. Außerdem kooperiert Google im Bereich der Cybersecurity mit der NSA – wie sehr viele andere wichtige Unternehmen in der IT-Branche.

Clinton schaden

Unter Clintons Amtszeit als Außenministerin fielen hingegen die Wikileaks-Enthüllungen über diplomatische Depeschen, als deren Whistleblower Chelsea Manning identifiziert wurde. Clinton soll laut geheimen Dokumenten einst sogar gefragt haben, ob man Assange nicht mit einer Drohne "ausschalten" könne – wenngleich unklar ist, ob Clinton das ernst gemeint hat. Wikileaks hat der Präsidentschaftskampagne der US-Demokratin bereits mit der Publikation zahlreicher interner E-Mails geschadet.

Durch die Art und Weise, wie Wikileaks etwa auf Twitter Stimmung gegen Hillary Clinton erzeugt, gibt es jedoch heftige Kritik. So erstellte die Whistleblower-Seite nach Clintons Schwächeanfall eine Umfrage, an welcher Krankheit sie wohl leide. "Wie Wikileaks auf Twitter operiert, schadet Assanges Argumentation", kommentiert re:code. In den nächsten Wochen soll es jedenfalls zu neuen Enthüllungen kommen. (fsc, 6.10.2016)

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re:code

  • Wikileaks-Gründer Assange kündigt neue Enthüllungen an
    foto: reuters/schmidt

    Wikileaks-Gründer Assange kündigt neue Enthüllungen an

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