Externer NSA-Mitarbeiter wegen angeblicher Weitergabe von Spionagetools verhaftet

5. Oktober 2016, 18:43
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FBI untersucht laut "New York Times", ob der Mitarbeiter geheimen Code zum Hacken fremder Netze gestohlen hat

Das FBI hat offenbar bereits im August einen externen Mitarbeiter des US-Geheimdiensts NSA verhaftet. Die Behörde untersucht laut Informationen der "New York Times", ob Harold M. geheimen Programmcode gestohlen und weitergegeben hat, der entwickelt wurde, um in die Netzwerke fremder Regierungen einzudringen.

Zugang zu Netzwerkanwendungen

Das Programm soll dafür entwickelt worden sein, in Computersysteme in Russland, China, dem Iran und Nordkorea einzudringen. Im August war ein geheimer Code der NSA veröffentlicht worden, der unter anderem Lücken in Netzwerkanwendungen von Cisco, Fortinet, Juniper und Topsec zeigte. Ob der verhaftete M. hinter diesem Leak steht, soll nun untersucht werden. Behördenvertreter sagten der "NYT", dass die Informationen, die der Mitarbeiter gestohlen haben soll, teilweise veraltet gewesen seien.

In einem von "Politico"-Reporter Eric Geller auf Twitter veröffentlichten Statement des US-Justizministeriums heißt es, dass es am 27. August Durchsuchungen auf dem Grundstück eines externen Mitarbeiters einer Regierungsbehörde gegeben habe. Dabei sollen Papierunterlagen und digitale Daten aus dem Jahr 2014 sichergestellt worden sein, bei denen es sich zum Großteil um Eigentum der US-Regierung handle. Auch als top secret klassifiziertes Material habe sich darunter befunden. Der im August geleakte Programmcode soll aus dem Jahr 2013 stammen.

Laut dem Bericht soll M. den Diebstahl zunächst bei einer Befragung des FBI bestritten, dann aber zugegeben haben. Wie auch bei Edward Snowden soll es sich um keinen direkten Agenten der NSA handeln, sondern um einen Mitarbeiter der Consultingfirma Booz Allen Hamilton. Snowden hatte 2013 geheime Unterlagen der NSA gestohlen und an Journalisten weitergegeben. Dadurch waren die weitreichenden Spionagetätigkeiten der NSA an die Öffentlichkeit gelangt. (br, 5.9.2016)

  • Artikelbild
    foto: reuters
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