Ex-AUA-Chef Heschgl verstorben

5. Oktober 2016, 16:03
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24 Jahre lang an Spitze der Airline – Wegbereiter für Modernisierung und Langstrecke

Wien/Schwechat – Der langjährige Vorstandsdirektor und Chef der Austrian Airlines (AUA) DDr. Anton Heschgl ist, wie erst jetzt bekannt wurde, am Samstag, den 1. Oktober, im 91. Lebensjahr verstorben. Heschgl stand von 1969 bis 1993 an der Spitze der AUA – bis 1990 gemeinsam mit Dr. Hubert Papousek. Dies berichtete austrianaviation.net am Mittwoch.

In Heschgls Zeit fiel eine Reihe wichtiger strategischer Entscheidungen für die AUA. So wurde die Fluglinie in seiner Amtszeit grundlegend modernisiert – zuerst durch die Einflottung der DC-9, Anfang der 1980er Jahre dann durch die MD80, wie das Luftfahrtportal erinnert. Im Jahr 1987 war die AUA Erstkunde der MD87.

Unter Heschgl startete die rot-weiß-rote Airline Richtung Langstrecke: Zu Beginn seiner Vorstandstätigkeit ging es, jedoch zunächst nur für zwei Jahre, mit einer gecharterten Boeing 707 von Wien nach New York. Erst Ende der 1980er Jahre gab es mit dem Airbus A310 ein Revival nach New York sowie Tokio und Johannesburg. In Heschgls und Papouseks Amtszeit fiel auch der Ausbau des AUA-Osteuropa-Netzes.

Saniert und in den Steigflug gebracht

1992 musste die damals börsennotierte AUA – erstmals seit 21 Jahren – einen Verlust in ihrer Bilanz ausweisen. Für Heschgl ein Déjà-vu, hatte er doch in den 1960er Jahren die "Austrian" nach katastrophalen Verlusten mit seinem Vorstandskollegen Papousek saniert und auf einen erst Anfang der 1990er Jahre unterbrochenen stabilen geschäftlichen Steigflug gebracht.

1993 bewarb sich Heschgl nicht mehr um eine Vorstandsverlängerung, sondern ließ seinen Vertrag auslaufen. Vor seinem Abgang im Sommer verhandelte er aber im Frühjahr noch – neben Gesprächen mit Swissair, KLM und SAS – auch mit der Lufthansa, noch nicht über einen Einstieg, aber über eine Luftfahrt-Kooperation. Diese "Alcazar"-Allianz scheiterte freilich an nationalen Egoismen.

Auch die deutsche Lufthansa, 1993 noch mehrheitlich im Staatseigentum, kämpfte mit Verlusten, musste ebenfalls saniert werden. In Österreich führte der Sparkurs im Herbst 1993 zu tagelangen heftigen Streiks bei der AUA. Dem "Star Alliance"-Bündnis der Lufthansa trat die AUA Ende 1999 bei. Ende 2008 wurde der AUA-Verkauf an die Lufthansa fixiert. (APA, 5.10.2016)

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