Schweizerinnen protestieren gegen "Tampon-Steuer"

5. Oktober 2016, 12:41
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Mit rot eingefärbtem Brunnenwasser wehren sich Schweizer Aktivistinnen gegen die Besteuerung von Tampons als Luxusgüter

Zürich – Feministinnen haben in Zürich das Wasser in zahlreichen Brunnen mit roter Lebensmittelfarbe eingefärbt. Sie wollen damit ein Zeichen für einen offenen Umgang mit dem Thema Menstruation setzen und gegen die höhere Besteuerung von Tampons als Luxusgüter protestieren.

"Die Mehrwertsteuer bei Tampons und anderen Artikeln, die Frau* während ihrer Menstruation braucht, ist aus für uns nicht erklärbaren Gründen bei 8 Prozent angesetzt und nicht wie bei anderen Produkten des alltäglichen Verbrauchs bei 2.5 Prozent", heißt es auf der Website des feministischen Kollektivs "Aktivistin".

#happytobleed #zurich #aktivistinch

Ein von Rona (@ronavelia) gepostetes Foto am

Unter dem Hashtag #happytobleed machen die Aktivistinnen auf die Tabuisierung des Periodenbluts und das Menstruations-Stigma aufmerksam. "Die Stigmatisierung der Periode und des Menstruationsblutes ist genauso wie viele andere Aspekte der patriarchalen Weltordung ein Mittel, die Kontrolle über die Reproduktionsfähigkeit zu behalten."

Mit der Aktion in Zürich wollen sie Frauen auch Mut machen, "sich selbst und den eigenen Körper anzunehmen, sich nicht einschränken oder gar unsichtbar machen zu lassen".

In den vergangen Monaten wurde auch in anderen Ländern gegen die sogenannte Tampon-Steuer, die Mehrwertsteuer auf Tampons, Binden und andere Hygieneartikel für Frauen, protestiert. Dass Menstruationsblut nach wie vor als anstößig empfunden wird, bewies die Reaktion des sozialen Netzwerks Instagram im letzten Jahr. Als die kanadische Autorin und Künstlerin Rupi Kaur das Foto einer liegenden Frau mit Blutfleck auf der Hose veröffentlichte, entfernten MitarbeiterInnen des Unternehmens es wiederholt – obwohl weder Nacktheit noch sexuelle Handlungen zu sehen waren. Ein breiter Protest folgte umgehend, Instagram entschuldigte sich schließlich und gab das Bild wieder frei. (red, 5.10.2016)

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