Löw: Nie wieder deutsche Bundesliga

5. Oktober 2016, 11:08
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DFB-Bundestrainer schließt ein Comeback als Coach in der Liga aus und kritisiert den Umgang mit Trainern

Deutschlands Bundestrainer Joachim Löw hat ausgeschlossen, noch einmal einen Fußball-Bundesligisten zu trainieren. Auf die Behauptung, er werde nie mehr einen Bundesliga-Klub übernehmen, sagte er im Interview mit der Funke Mediengruppe: "Stimmt."

Kein Verständnis für Umgang mit Kollegen

Gleichzeitig kritisierte Löw, der von 1996 bis 1998 den VfB Stuttgart trainiert und zum Pokalsieg geführt hatte, den Umgang mit den Trainern im deutschen Oberhaus. "Was mir grundsätzlich nicht gefällt, ist die Art und Weise, wie so ein Trainerwechsel manchmal vonstattengeht. Ich habe schon Verständnis, dass auch aus Vereinssicht manchmal ein Trainerwechsel angebracht sein kann. Entscheidend aber ist, dass dies immer fair und korrekt über die Bühne geht. Dieses Gefühl habe ich aber leider nicht immer. Da wird auch mal ein Trainer komplett im Regen stehen gelassen und wochenlang mit einem Ring durch die Nase in der Manege vorgeführt", sagte der 56-Jährige.

Keine verfrühte Zukunftsplanung

Löws Vertrag beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) läuft bis zur WM 2018 in Russland. Auch wenn DFB-Präsident Reinhard Grindel den Kontrakt gerne vorzeitig verlängern möchte, sieht Löw keine Eile. "Das Vertrauen ehrt mich. Aber momentan gibt es überhaupt keinen Grund dafür. Jetzt freue ich mich zunächst einmal auf die WM 2018 in Russland", so Löw.

Nach dem 3:0-Sieg zum Auftakt der WM-Qualifikation in Norwegen trifft die DFB-Auswahl am Samstag in Hamburg auf Tschechien und kommenden Dienstag (beide 20.45 Uhr/RTL) in Hannover auf Nordirland.

Sorgen um Offensive

Im Lager des Weltmeisters hofft man darauf, die Probleme im Angriff nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Mario Gomez beheben zu können. "Das ist sehr schade, weil wir keinen Spielertypen wie Mario Gomez haben", sagte Löw und nahm gleichzeitig seine verbliebenen Offensivkräfte um Thomas Müller, Mario Götze und Kevin Volland in die Pflicht: "Die Chancenverwertung ist auch eine Sache der Konzentration im Abschluss und der Mentalität."

Das weiß Löw nicht erst seit der umfassenden Analyse der EM. Die DFB-Auswahl brauchte in Frankreich durchschnittlich zwölf, 13 Versuche für einen Treffer. "Wir benötigen zu viele Schüsse für ein Tor", sagte Löw, den auch sein kurzer Stolperer beim Aussteigen aus dem Auto vor dem Teamhotel Le Méridien an der Außenalster auf dem Weg zur WM 2018 in Russland nicht aus dem Tritt bringen soll.

Löw steht nun in Müller, Götze und Volland ein offensives Trio zur Verfügung, das in der Bundesliga nach sechs Spieltagen noch keinen einzigen Treffer vorzuweisen hat. Volland gab sich schon einmal selbstkritisch. "Wir müssen kaltschnäuziger werden", sagte der Leverkusener. (sid, 5.9.2016)

  • Joachim Löw hat keine Lust auf Bundesliga.
    foto: reuters/ ntb scanpix/hakon mosvold larsen

    Joachim Löw hat keine Lust auf Bundesliga.

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