Fünfter Todestag von Steve Jobs: Ein schweres Erbe und 150.000 Dominosteine

5. Oktober 2016, 10:10
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Am 5. Oktober 2011 verstarb der Apple-Gründer nach langer Krankheit

Am 5. Oktober 2016 jährt sich der Todestag von Steve Jobs zum fünften Mal. Er machte Apple zu einem der erfolgreichsten Unternehmen der Welt und sich selbst zum Inbegriff des Tech-Visionärs. Gleichzeitig hinterließt er ein schweres Erbe für den Konzern. Apple wird vorgeworfen, keine Innovationen mehr zu bringen, in den letzten Quartalen gingen erstmals die Verkaufszahlen von iPhones zurück – was für Sorgenfalten bei Management und Aktionären sorgt.

Innovationen auf dem Fundament anderer

Jobs hatte Apple im Jahr 1976 gemeinsam mit Steve Wozniak und Ron Wayne in einer kalifornischen Garage gegründet. In nicht ganz drei Jahrzehnten entwarf Apple unter seiner Führung Produkte, die mehrere Märkte revolutionieren sollten: 1984 der Macintosh, 2001 der iPod, 2007 das iPhone und 2010 das iPad. Nicht zu vergessen iTunes (2001) und den App Store (2008).

PCs, Musik-Player, Smartphones und Tablets waren keine Erfindung Apples. Doch Jobs hatte ein Händchen dafür, die vorhandenen Technologien so zu gestalten, dass sie in neuem Licht erschienen und den Markt erobern konnten. Und er hatte ein Gespür, wer diese Visionen für ihn umsetzen konnte. Eine der wichtigsten Personen in Apples Management ist Jonathan Ive, der seit 1992 mit von der Partie ist und für das Design zahlreicher Apple-Geräte verantwortlich zeichnet. Den heutigen CEO Tim Cook hatte Jobs 1998 persönlich von Computerhersteller Compaq abgeworben.

Natürlich gab es in Apples Geschichte auch mehrere Produkte, die aus dem einen oder anderen Grund floppten: unter anderem der viel zu teure Apple Lisa, der PDA Newton oder die Spielkonsole Pippin.

Kein "One more thing" mehr

Aufgrund von Jobs Krebserkrankung übernahm Cook bereits 2009 für einige Monate die interimistische Führung des Konzerns, bevor er den CEO-Posten 2011 schließlich permanent übernahm. Seitdem brachte Apple nur eine neue Produktkategorie auf den Markt: die Apple Watch. Der erwartete Smartwatch-Boom ist ausgeblieben. Im Software-Bereich sorgte Apple Music wegen seiner Unübersichtlichkeit und Bugs für Kritik, auch die Neuversionen der Betriebssysteme iOS und OS X werden in der Branche wegen Fehleranfälligkeit kritisiert.

Apple erneuert seine Produkte seit 2011 weiterhin regelmäßig. Doch das von Steve Jobs geprägte "One more thing" – ein überraschendes, komplett neues Produkt – war bislang nicht darunter. Beobachter warnen, dass Apple nun endlich wieder eine zündende Idee braucht. Die Entfernung der Kopfhörerbuchse beim iPhone 7 wird es wohl nicht gewesen sein.

sinners domino entertainment

Steve Jobs nachhältigstes Vermächtnis ist wohl das Image des Konzerns. So ist Apple trotz der jüngsten Flaute noch immer die wertvollste Marke der Welt. Anlässlich von Jobs Todestag hat ein deutsches Team von Domino-Spielern sein Portrait mit über 150.000 Dominosteinen auf 72 Quadratmetern umgesetzt. Denn auch das hat Jobs hinterlassen: einen in der Techbranche nahezu unvergleichbaren Personenkult. (Birgit Riegler, 5.10.2016)

  • Steve Jobs im Jahr 2007 bei der Präsentation des ersten iPhones.
    foto: apa/afp/tony avelar

    Steve Jobs im Jahr 2007 bei der Präsentation des ersten iPhones.

  • Unvergleichbarer Personenkult in der Techbranche: eine Kundin in der Warteschlange zum Verkaufsstart des iPhone 7 mit einem Jobs-Polster.
    foto: apa/afp/kazuhiro nogi

    Unvergleichbarer Personenkult in der Techbranche: eine Kundin in der Warteschlange zum Verkaufsstart des iPhone 7 mit einem Jobs-Polster.

  • Streetartist Banksy hat Jobs im französischen Flüchtlingslager in Calais verewigt.
    foto: ap/spingler

    Streetartist Banksy hat Jobs im französischen Flüchtlingslager in Calais verewigt.

  • Zum Tod von Jobs im Jahr 2011 hinterließen zahlreiche Apple-Fans Trauerbotschaften.
    foto: paul sakuma, file/ap/dapd

    Zum Tod von Jobs im Jahr 2011 hinterließen zahlreiche Apple-Fans Trauerbotschaften.

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