Hasenhüttl sieht im ÖFB-Team in Offensive keinen Plan B

4. Oktober 2016, 12:13
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Leipzig-Coach hinterfragt Personalpolitik von Teamchef Koller: "Kann nicht sein, dass ich mein Wohl an Marc Janko aufhängen muss"

Wien – Leipzig-Trainer Ralph Hasenhüttl hat die Personalpolitik von Österreichs Teamchef Marcel Koller in Bezug auf die mangelnde Flexibilität in der Offensive hinterfragt. Dass bei der für die ÖFB-Auswahl schlecht verlaufenen EM aufgrund der mangelnden Fitness von Mittelstürmer Marc Janko kein Plan B vorhanden gewesen sei, sei ein Problem gewesen, meinte Hasenhüttl am Montagabend auf Servus TV.

"Ich glaube, wenn eine Mannschaft von einem Spieler abhängig ist, ist es ein generelles Problem. Was passiert, wenn der eine oder andere ausfällt? Da habe ich das Gefühl gehabt, dass eine Lösung nicht da war", meinte Hasenhüttl mit Blick auf die Kaderzusammenstellung im Vorfeld der EM. "Eine Mannschaft nur auf elf Spieler zu reduzieren ist ein grundsätzliches Problem."

Die andere Grundordnung

Janko hatte im April einen Muskelfaserriss im Adduktorenbereich erlitten. Völlig fit war der Basel-Stürmer bei der EM dann nicht. Österreichs Offensive blieb schwach, in drei Gruppenspielen gelang nur ein Treffer. "Ich sehe in Österreich so viele tolle Stürmer, die in der Lage sind, Tore zu machen. Es kann nicht sein, dass ich mein Wohl und Weh an einem Mann wie Marc Janko aufhängen muss", meinte Hasenhüttl. Auch ohne Janko hätte es Möglichkeiten gegeben, die Offensive schlagkräftig zu machen. "Und wenn es mit einer anderen Grundordnung ist."

Übrig bleibt, dass sich Österreichs Mannschaft bei der EM laut Hasenhüttl unter ihrem Wert verkauft hat. Im WM-Qualifikationsspiel gegen den EM-Halbfinalisten Wales am Donnerstag in Wien ergebe sich nun die Möglichkeit, das geradezurücken: "Jetzt können wir zeigen, dass wir gegen eine Mannschaft wie Wales mithalten können. Und das traue ich uns auch zu." (APA, 4.10.2016)

  • Ralph Hasenhüttl: "Eine Mannschaft nur auf elf Spieler zu reduzieren ist ein grundsätzliches Problem."
    foto: apa/dpa/woitas

    Ralph Hasenhüttl: "Eine Mannschaft nur auf elf Spieler zu reduzieren ist ein grundsätzliches Problem."

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