Lohnstückkosten: Österreich verliert gegenüber EU-Handelspartnern

4. Oktober 2016, 11:04
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Weltweit hat sich Österreichs Lohnstückkosten-Position dank günstiger Wechselkursentwicklung 2015 verbessert

Wien – Die internationale Lohnstückkosten-Position der österreichischen Warenhersteller hat sich 2015 im Vergleich zum Durchschnitt aller Handelspartner verbessert. Dies war laut Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) vor allem einer günstigen Wechselkursentwicklung zuzuschreiben. Im Vergleich mit den EU-Handelspartnern gab es jedoch zum dritten Mal hintereinander eine leichte Verschlechterung.

An sich stiegen die Lohnstückkosten Österreichs im Vorjahr um 1,2 Prozent – jedoch entwickelte sich der nominell-effektive Wechselkurs 2015 so günstig, dass die heimischen Exporte im Ausland, insbesondere in den USA, billiger wurden. Insgesamt zeigte der nominell-effektive Wechselkurs voriges Jahr für Österreich 2,7 Prozent Rückgang an, so das Wifo am Dienstag.

Nach einer mäßigen Entwicklung im Jahr 2014 (+1,3 Prozent) nahm die heimische Bruttowertschöpfung pro Kopf auch 2015 nur unterdurchschnittlich zu, nämlich um 1,1 Prozent. Die Arbeitskosten stiegen 2015 um 2,3 Prozent, fast ebenso stark wie 2014 (+2,2 Prozent). Daraus resultierten 1,2 Prozent Anstieg der Lohnstückkosten.

Der günstigere Wechselkurs-Effekt war vor allem auf die Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar zurückzuführen (-16,5 Prozent). Auch gegenüber dem Yen (-4,3 Prozent) und dem britischen Pfund (-10 Prozent) notierte der Euro 2015 schwächer als 2014.

Längerfristig entwickelte sich die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Industrie unterschiedlich. Seit 2003 schwankte die relative Lohnstückkostenposition der Austro-Warenhersteller kaum – bis zum Jahr 2008 mit einem tendenziell konstanten, seither einem leicht negativen Verlauf, vor allem gegenüber den EU-Handelspartnern, so das Wifo. Gegenüber Deutschland veränderte sich die Lohnstückkosten-Position seit 2010 kaum.

Davor, in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre, hatte es eine starke Verbesserung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit der Industrie gegeben, während danach in den frühen 2000er Jahren nach Angaben des Instituts eine gegenläufige Entwicklung folgte. (APA, 4.10.2016)

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