Emirates: Passagier klagt wegen fettleibigen Sitznachbars

4. Oktober 2016, 14:45
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Ein italienischer Anwalt klagt Emirates, weil er einen neunstündigen Flug neben einem übergewichtigen Mann verbringen musste

Stellen Sie sich vor, Sie kommen an Bord und Ihr Platz ist zur Hälfte schon besetzt. So zumindest ist es dem italienischen Rechtsanwalt Giorgio Destro ergangen. Als der Vielflieger jüngst in Kapstadt an Bord einer Boeing 777-300 der arabischen Airline Emirates Platz nehmen wollte, war sein Sitz nur noch teilweise frei. Einen großen Teil des Platzes beanspruchte ein stark übergewichtiger Mitreisender, dessen üppiger Körper bereits über die Armlehne quoll. Das Reklamieren bei der Crew blieb ohne Erfolg – der Flug war ausgebucht und ein anderer Sitzplatz für ihn war nicht frei.

"Ich musste also neun Stunden lang auf dem Gang stehen oder auf dem Platz sitzen, der für das Flugpersonal reserviert war, wenn er frei war. Am Ende des Fluges musste ich zurück auf meinen Sitz und darunter leiden, dass mir mein fülliger Sitznachbar meinen Platz wegnahm", sagt der Italiener gegenüber der italienischen Tageszeitung "Mattino Padova".

Schadensersatz gefordert

Für diese Unannehmlichkeit wollte der Goldstatus-Inhaber des preisgekrönten Vielfliegerprogramm Emirates Skywards entschädigt werden. Emirates verweigerte ihm jedoch die Kompensation und die Erstattung des Tickets. Nun klagt der Anwalt gegen die Golf-Airline: Er fordert insgesamt 2.759 Euro von Emirates, 759 Euro für das Ticket und 2.000 Euro Schadensersatz. Bisher hat sich der Golf-Carrier aus Dubai noch nicht zu dem Vorfall geäußert. Der Gerichtstermin ist für den 20. Oktober 2016 in Padua angesetzt.

Ein Raumwunder ist die Boeing 777 an sich schon nicht, doch bei Emirates ist sie besonders eng, wie flueg.de berichtet. Die Airline vom Golf lässt ihre Maschinen dieses Typs mit einer 3-4-3er Bestuhlung fliegen. Andere Airlines gewähren ihren Passagieren dank einer 3-3-3er Konfiguration mehr Ellenbogenfreiheit. Dieser Vorfall gibt der Diskussion um sogenannte "fat tax" (Dicken-Steuer) wieder neue Nahrung. (red, 4.10.2016)

  • Der Vorfall gibt der Diskussion um sogenannte "fat tax" (Dicken-Steuer) wieder neue Nahrung.
    foto: getty images/istockphoto/craftvision

    Der Vorfall gibt der Diskussion um sogenannte "fat tax" (Dicken-Steuer) wieder neue Nahrung.

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