Wiener Büromarkt: Lust auf Umziehen

3. Oktober 2016, 17:50
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2016 werden um rund 230.000 Quadratmeter mehr vermietet als im Vorjahr, vor allem Banken und Versicherer brauchen Platz

Auf dem Wiener Büromarkt macht sich Umzugsfreude bemerkbar, 2016 sollen mit 230.000 Quadratmetern rund 15 Prozent mehr Büroflächen als im Vorjahr vermietet werden. Die Jahre darauf soll mit der Fertigstellung von Neubauten noch mehr Schwung auf den Markt kommen. Die Durchschnittsmiete für Erstbezüge stieg im ersten Halbjahr auf 14 Euro pro m2, so der Immobilienvermittler EHL.

Vor allem länger geplante Übersiedlungen größerer Unternehmen tragen zur Belebung des Markts bei, im ersten Halbjahr stieg die Vermietungsleistung gegenüber 2015 um rund zehn Prozent. Bis Jahresende sollen 230.000 m2 neu vermietet werden. "Dies ist auf erste namhafte Abschlüsse beziehungsweise zahlreiche Mietvertragsverhandlungen für die ab 2017 zur Fertigstellung gelangenden Objekte zurückzuführen", so EHL.

Hauptbahnhof en vogue

Nach einem heuer schwachen Jahr bei neu gebauten Büroflächen (60.000 m2) kommen 2017 150.000 m2, im Jahr darauf 350.000 m2 auf den Markt. Dabei gehe der Trend in Richtung Campus und Cluster an gut erschlossenen Standorten.

Im ersten Halbjahr war laut EHL der Hauptbahnhof mit dem Quartier Belvedere am beliebtesten, hier wurde fast ein Viertel des Neuvermietungsvolumens getätigt. Danach kamen Objekte in Neu Marx – Erdberg und Büros in der Innenstadt. Die Leerstandsrate liege in Wien bei 6,3 Prozent und werde weiter zurückgehen.

Der Bank- und Versicherungssektor fragte im ersten Halbjahr 20 Prozent der Flächen nach, gefolgt von Unternehmens- und Wirtschaftsberatern mit 19 Prozent sowie sozialen Beratungseinrichtungen mit 18 Prozent. Für Top-Objekte legen die Firmen monatlich bis zu 26 Euro pro m2 hin.

Auslandsnachfrage

"Trotz des steigenden Preisniveaus und sinkender Renditen ist die Nachfrage nach Büroobjekten weiter hoch", heißt es in Bezug auf den heimischen Investmentmarkt. Laut EHL kämen immer mehr Investoren aus dem nicht-deutschsprachigen Raum, im ersten Halbjahr lag ihr Marktanteil bei etwa 50 Prozent. Besonders Investoren aus Nordamerika und dem asiatischen Raum würden ihr Geld gerne in heimische Immobilien stecken. Der bevorstehende EU-Austritt der Briten würde Österreich, dem "sicheren Hafen" für Investments, weiter in die Hände spielen.

"Zahlreiche Verhandlungen über großvolumige Transaktionen in weit fortgeschrittenem Stadium lassen erwarten, dass das Investmentvolumen 2016 den Rekordwert des Vorjahres von 3,45 Mrd. Euro zumindest erreichen, wenn nicht sogar überschreiten wird", prognostiziert EHL. (APA, 3.10.2016)

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