Cup-Achtelfinale Blau-Weiß Linz vs. Rapid auf Sportclub-Platz

3. Oktober 2016, 17:20
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Zeitgleich stattfindende Karate-WM überfordert Infrastruktur auf der Linzer Gugl, nur eine Kabine wäre zur Verfügung gestanden – Zweitligist muss Heimvorteil aufgeben

Wien/Linz – Das Cup-Achtelfinale zwischen Blau-Weiß Linz und SK Rapid wird am 26. Oktober auf dem Sportclub-Platz in Wien ausgetragen (20.15 Uhr). Zu diesem Ergebnis führten laut einer Aussendung des ÖFB "intensive Beratungen und Gespräche zwischen den beteiligten Vereinen und dem Österreichischen Fußball-Bund" am Montag in Wien.

Der Zweitligist kann folglich nicht auf der Linzer Gugl antreten, aus einem Fest mit Heimvorteil wird eine Auswärtsfahrt nach Dornbach. Die Gründe erhellt ein Zitat von ÖFB-Generalsketketär Thomas Hollerer: "Der ÖFB bedankt sich beim Bürgermeister der Stadt Linz und dem Landessportreferat für die intensiven Anstrengungen, das Spiel auf der Linzer Gugl zur Durchführung zu bringen. Jedoch verbleibt aufgrund der zeitgleich stattfindenden Karate-WM ein erhebliches Restrisiko, vor allem in den Bereichen Organisation und Sicherheit. Aus diesen Gründen ist nach Abwägung aller Argumente eine Austragung auf dem Sportklub-Platz die sinnvollere Lösung, um dem Fernseh-Livespiel im Samsung-Cup einen entsprechenden Rahmen zu geben."

Infrastruktureller Engpass

In den letzten Tagen gab es in dieser durchaus kuriosen Causa, die erneut ein Schlaglicht auf den unbefriedigenden Zustand der hiesigen Sportinfrastruktur wirft, ein Hin und Her. Man wusste bis zuletzt nicht, wo die Partie ausgetragen werden würde. Dass der ÖFB seine Zustimmung für ein Match auf der Gugl geben würde, schien jedoch unwahrscheinlich. Zu viele Fragen waren offengeblieben. Die Tips-Arena, wo die Karate-WM veranstaltet wird, grenzt unmittelbar an das Linzer Stadion, 2.000 Sportlerinnen und Sportler plus Betreuer werden daran teilnehmen.

Die Kapazitäten werden also bis zu ihren Grenzen ausgelastet sein. Mit kurzfristig auftretenden Unwägbarkeiten muss gerechnet werden. Blau-Weiß-Klubmanager Roland Arminger in den "Oberösterreichischen Nachrichten": "Wenn unvorhergesehene Dinge passieren sollten, wird es sehr schwierig sein, diese kurzfristig in den Griff zu bekommen."

Dass der Ablauf des Cup-Matches beeinträchtigt werden könnte, will der Fußballbund aber nicht riskieren. Präsident Leo Windtner meinte gegenüber den "OÖN": "Wir wollen sicher niemanden ausbremsen. Aber wir bemühen uns seit Jahren, den Cup für Sponsoren attraktiver zu machen. Dafür ist es notwendig, dass gewisse Mindeststandards eingehalten werden."

Nur eine Kabine

Diese wären wohl deutlich unterschritten worden. Die Fakten: Im Stadion wäre nur eine Kabine zur Verfügung gestanden, eines der beiden Teams hätte sich in der Landessportschule matchfit machen müssen. Auf das Spielfeld hätte die betreffende Mannschaft hernach nur per Fußmarsch über das Trainingsfeld gelangen können. Auch für die Zuschauer wäre der Zugang zum Stadion massiv eingeschränkt gewesen. Beide Punkte ergeben, darauf hatte auch die Polizei hingewiesen, ein veritables Sicherheitsproblem.

Eine Verschiebung des Spiels lehnte der ÖFB ab, Blau-Weiß musste also ein Ausweichquartier präsentieren. Da ein Rapid-Gastspiel auch den Rahmen des Donaupark-Stadions gesprengt hätte, war klar, dass man außerhalb von Linz würde fündig werden müssen. Zunächst war Ried im Gespräch, nun wird es der Sportclub-Platz. Mit den Wiener Schwarz-Weißen verbindet die Linzer eine Fanfreundschaft. Ob diese den Einnahmenverlust, den der Zweitligist nun hinnehmen muss, ausgleicht, bleibt fraglich.

Rapid dürfte mit den Entwicklungen dagegen nicht unglücklich sein. Das Terrain an der Alszeile ist bestens bekannt, bereits in den ersten beiden Cup-Runden (gegen Karabakh und Leobendorf) waren die Hütteldorfer in Dornbach angetreten. Man fühlt sich also schon beinahe heimisch. (bausch, 3.10.2016)

  • Die Linzer Gugl ist überfordert und bleibt am Nationalfeiertag leer.
    foto: wikipedia

    Die Linzer Gugl ist überfordert und bleibt am Nationalfeiertag leer.

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