Norman Maneas Heimat: Sprache

7. Oktober 2016, 14:51
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"Wir sind alle im Exil" heißt die neue Essaysammlung, die der Autor am Dienstag in Salzburg vorstellt

Der 1936 in der Bukowina geborene Norman Manea kennt das Exil seit dreißig Jahren – und Abschied und Verlust noch viel länger: Mit fünf Jahren wurde er als Kind jüdischer Eltern nach Transnistrien in ein rumänisches Konzentrationslager deportiert. 1986 verließ er schließlich den Ceausescu-Staat Richtung Westen – zuerst lebte er in Westberlin, danach ging er in die USA. Im Salzburger Literaturhaus stellt der Schriftsteller am Dienstag sein neuestes Werk Wir sind alle im Exil vor, eine Essaysammlung, die Texte von 1989 bis 2015 umfasst.

Auf Diktaturen ist er ebenso eingegangen wie auf die Widersprüche eines Lebens zwischen Ost und West. Er verbindet eigene Erfahrungen mit der Analyse von Werken etlicher Schriftstellerkollegen: E. M. Cioran, Paul Celan, Eugene Ionescu, Franz Kafka oder Karikaturist Saul Steinberg.

Die Plazenta des Schriftstellers

Dazu kommen Reflexionen über totalitäre Gesellschaften, Antisemitismus, die Shoa, Exil und Entfremdung. Letztere bedeuten den Verlust von Erinnerung und Hoffnung. Nicht zuletzt erzählt Norman Manea von den Härten des Exils, mit denen er in den USA konfrontiert wurde.

Sein Fazit: So etwas wie Heimatgefühl findet er nur im Schreiben: Sprache als Plazenta des Schriftstellers. (dog, 3.10.2016)

4. 10., 19.00 Uhr, Literaturhaus Salzburg, Strubergasse 23

literaturhaus-salzburg.at

  • Der rumänische Autor Norman Manea.
    foto: epa/toni garriga

    Der rumänische Autor Norman Manea.

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