Papst gibt keine Empfehlung für US-Präsidentenwahl

3. Oktober 2016, 10:37
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Franziskus rät aber dazu, die Vorschläge der Kandidaten eingehend zu prüfen, zu beten und sich dann bewusst zu entscheiden

Vatikanstadt/Washington – Papst Franziskus will den Katholiken in den USA keine Empfehlung für die Präsidentschaftswahl im November geben. "In Wahlkampfzeiten sage ich nie ein Wort. Das Volk ist souverän", sagte Franziskus am Sonntag beim Rückflug aus Aserbaidschan in einer "fliegenden Pressekonferenz" laut Kathpress.

Er rate nur dazu, die Vorschläge der Kandidaten eingehend zu prüfen, zu beten und sich dann bewusst zu entscheiden, erklärte der Papst vor dem Duell zwischen Hillary Clinton und Donald Trump. Auf das "konkrete Problem" wolle er nicht eingehen, so Franziskus auf die Frage, wie sich Katholiken angesichts von zwei Kandidaten verhalten sollen, die aus katholischer Sicht beide teils untragbare Positionen vertreten.

Trump "nicht christlich"

Im Februar hatte der Papst den vom republikanischen Kandidaten Donald Trump befürworteten Ausbau der Grenzanlagen zwischen Mexiko und den USA mit den Worten kommentiert: "Jemand, der nur daran denkt, Mauern ... und keine Brücken zu bauen, ist nicht christlich." Trump reagierte damals empört: "Wenn ein religiöses Oberhaupt den Glauben einer Einzelperson infrage gestellt, ist das schändlich", erklärte er auf Facebook.

Etwa jeder vierte Wahlberechtigte in den USA ist Katholik. Meinungsumfragen zufolge lag die Präsidentschaftskandidatin der Demokratischen Partei, Hillary Clinton, unter Katholiken zuletzt deutlich vor Trump. Um diesen Rückstand aufzuholen, setzte dieser Ende September ein katholisches Beratergremium ein. (APA, 3.10.2016)

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