Datingportal Lovoo: Mitarbeiter müssen 1,2 Millionen Euro wegen Betrugs zahlen

3. Oktober 2016, 09:40
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Ermittlungen gegen zwölf beschuldigte Mitarbeiter eingestellt

Die Ermittlungen gegen das Datingportal Lovoo wegen Betrugs wurden eingestellt. Die zwölf beschuldigten Mitarbeiter müssen aber hohe Geldauflagen zahlen. Ihnen wurde vorgeworfen männliche Nutzer mit gefälschten Profilen von Frauen zu kostenpflichtigen Diensten gelockt zu haben. Zwischen Juni 2013 und Juni 2014 soll auf diese Weise fast 1,2 Millionen Euro Schaden entstanden sein.

Geringer Schaden für einzelne Nutzer

Im Sommer 2016 waren nach Razzien zwei Geschäftsführer verhaftet worden und kurz darauf auf Kaution wieder freigelassen worden. Einer ist mittlerweile zurückgetreten. Da der Schaden für die einzelnen Nutzer mit 20 Cent bis 20 Euro vergleichsweise gering ist und die Beschuldigten nicht vorbestraft sind, wurden die Ermittlungen laut Staatsanwaltschaft Dresden eingestellt. Lovoo hat nach eigenen Angaben über 50 Millionen Nutzer.

Insgesamt müssen nun 1,2 Millionen Euro gezahlt werden. 900.000 Euro davon soll gemeinnützigen Einrichtungen in Sachsen zugutekommen, 300.000 Euro gehen an den Staat. Den Zahlungen haben die Beschuldigten zugestimmt, "um die Last eines laufenden Ermittlungsverfahrens so früh wie möglich vom Unternehmen abzuwenden", heißt es in einer Aussendung des Unternehmens.

"Fake und Spam Transparency Report" geplant

Nun soll das Vertrauen der Nutzer zurückgewonnen werden. Dafür soll unter anderem die Möglichkeit geschaffen werden, Nutzerprofile zu verifizieren. Außerdem will man ab Oktober nun quartalsweise einen "Fake und Spam Transparency Report" veröffentlichen. (red, 3.10.2016)

  • Die Ermittlungen gegen Lovoo wurden eingestellt.
    foto: lovoo

    Die Ermittlungen gegen Lovoo wurden eingestellt.

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