Nachkommen von Farc-Massakeropfern stimmten für Friedensvertrag

3. Oktober 2016, 09:27
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Kolumbianische Rebellen hatten 2002 bei Massaker in Kirche 79 Menschen getötet – Nun große Zustimmung für Friedensvertrag

Bogota – Während die Kolumbianer in der Nacht auf Montag den von der Regierung ausverhandelten Friedensvertrag mit der Farc-Guerilla knapp ablehnten, haben sich besonders schwer von dem Konflikt betroffene Opfer klar für ein "Si" ausgesprochen. Im Dorf Bojaya stimmten 96 Prozent für die Annahme des Vertrages. Dort waren 2002 durch eine Farc-Attacke auf eine Kirche 79 Menschen getötet und über 100 verletzt worden. Es war einer der schlimmsten Anschläge in der Geschichte des blutigen Konflikts.

Die Farc-Führung hatte sich vor Ort entschuldigt und für den Friedensprozess geworben. Frauen aus der Gemeinde Bojaya, die in einer unzugänglichen Regenwaldregion im Nordwesten des Landes liegt, nahmen auch an der Unterzeichnung des seit 2012 ausgehandelten Vertrags zwischen Regierung und Rebellen vor einer Woche teil. Zuschauer skandierten bei der Zeremonie "Kein Krieg mehr" und "Wir haben es geschafft" – aber die Gegner konnten viele Bürger mit ihrer Kritik an den Sonderjustiz mit maximal acht Jahren Haft für Farc-Verbrechen mobilisieren. Ebenso passt vielen Kolumbianern nicht, dass die Rebellen sich politisch beteiligen dürfen sollten und ihnen dafür mehrere Parlamentssitze garantiert wurden. (APA, 3.10.2016)

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