Kim Kardashian in Pariser Luxusresidenz gefesselt und ausgeraubt

3. Oktober 2016, 16:56
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Offenbar Schmuck im Wert von mehreren Millionen Dollar weg – Französische Stadt befürchtet weiteren Imageverlust

"Parisian vibes", twitterte Kim Kardashian noch vergangene Woche voller Ironie, als ihr ein ukrainischer Promischreck bei den aktuellen Modeschauen zu nahe kommen wollte und ihr Leibwächter eingreifen musste. In der Nacht auf Montag wurden die Pariser Vibrationen für den armenischstämmigen Realityshow-Star bedeutend intensiver. Die 35-jährige Amerikanerin wurde in ihrem Luxushotel brutal ausgeraubt.

Fünf als Polizisten verkleidete Einbrecher setzten einen Türwächter außer Gefecht, zwei von ihnen verschafften sich dann Zutritt zu den Gemächern, wo sie Kardashian fesselten und im Badezimmer einschlossen. Mit Schmuck für umgerechnet etwa neun Millionen Euro machte sich die Bande schließlich auf Fahrrädern davon, wie die Pariser Polizeipräfektur mitteilte.

Sofortige Abreise aus Paris

Kardashian, die vor dem Überfall an einer Veranstaltung des Modehauses Givenchy teilgenommen hatte, blieb laut einer Sprecherin "ziemlich durcheinander, aber unverletzt" zurück. Ihr Ehemann, der Rapper Kanye West, brach in New York ein Konzert ab, als er auf der Bühne von dem Überfall in Kenntnis gesetzt wurde. Kardashian flog nach ihrer Einvernahme durch die Polizei sofort in die USA zurück.

In Paris traten die Stadtbehörden am Montag zu einer Krisensitzung zusammen. Denn der Vorfall kommt für sie zum ungünstigsten Zeitpunkt. Vor wenigen Tagen hatte die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo einen gut zweiminütigen Werbefilm namens "Paris je t'aime" vorgeführt, der die Attraktivität der französischen Hauptstadt hervorheben und ab November auf allen Langstreckenflügen von Air France gezeigt werden soll. Die Kampagne ist eine Reaktion auf den Einbruch der Besucherzahlen seit den Terroranschlägen in Frankreich. Bis Ende August ist die Zahl der Übernachtungen in Paris um 17 Prozent zurückgegangen.

Der jüngste Raubüberfall auf den US-amerikanischen TV-Star macht diese Anstrengungen nicht nur auf einen Schlag zunichte. Hidalgo kommt zudem unter Beschuss vonseiten der Rechtsopposition. Die Präsidentschaftskandidatin Nathalie Kosciusko-Morizet warf der aktuellen Rot-Grün-Koalition am Montag vor, sie habe sicherheitspolitisch versagt. "Man stelle sich nur vor, welche Antiwerbung das ist", meinte sie. "Paris befindet sich in Sachen Sicherheit im Notstand, der nach konkreten Maßnahmen ruft." (Stefan Brändle aus Paris, 3.10.2016)

Wissen: Ein Phänomen – die Kardashians

Kim Kardashian (35) ist wohl das bekannteste Mitglied eines ganzen Clans. Die Kardashian-Jenner-Familie hat eines gemeinsam: Sie ist vor allem berühmt fürs Berühmtsein. Kim wurde in erster Linie bekannt dank ihrer damals besten Freundin und TV-Sternchen-Kollegin Paris Hilton, die sie auf rote Teppiche mitnahm. Dazu kamen ein Sexvideo und inzwischen auch ihre Ehe mit Rap-Star Kanye West, mit dem sie zwei Kinder hat. Die Familie kennen vor allem US-Amerikaner aus einer Realityserie: "Keeping Up with the Kardashians" läuft seit 2007 höchst erfolgreich im US-Fernsehen. Mit geschicktem Marketing und geballter Omnipräsenz in den sozialen Medien haben sich immer mehr Familienmitglieder zu Stars gemausert. So hat Mutter Kris Jenner den Titel "Momager" (ein Wortspiel aus "Mom" und "Manager") erfunden. Kims jüngere Halbschwester Kendall Jenner ist inzwischen ein erfolgreiches Model. Kardashians einstiger Stiefvater Bruce Jenner lebt heute als Frau und heißt Caitlyn. (APA)

  • "Ziemlich durcheinander, aber ansonsten unverletzt": Kim Kardashian.
    foto: reuters / eduardo munoz

    "Ziemlich durcheinander, aber ansonsten unverletzt": Kim Kardashian.

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